L'Oréal Aktie: Berenberg hebt Kursziel auf 442 Euro
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 09:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der französische Kosmetikkonzern L'Oréal hat das erste Halbjahr 2026 mit einer soliden Wachstumsdynamik abgeschlossen. Gestern reagierten die Analysten von Berenberg auf die jüngsten Geschäftszahlen und erhöhten das Kursziel für die Aktie von zuvor 435 auf 442 Euro. Die Einstufung wurde auf „Kaufen“ belassen, da das Unternehmen die Erwartungen des Marktes beim organischen Umsatzwachstum im zweiten Quartal übertreffen konnte.
Umsatzwachstum übertrifft Markterwartungen
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete L'Oréal ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6,3 Prozent. Damit lag der Konzern um 70 Basispunkte über dem Marktkonsens. Für das gesamte erste Halbjahr meldete das Unternehmen ein Plus von 6,5 Prozent.
Diese Entwicklung findet vor dem Hintergrund eines globalen Schönheitsmarktes statt, der in der ersten Jahreshälfte um schätzungsweise 4,5 Prozent zulegte. Damit gelingt es dem Konzern weiterhin, schneller als der Gesamtmarkt zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen.
Die positive Entwicklung spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der seit Jahresbeginn um 5,98 Prozent zulegen konnte. Mit einem aktuellen Kurs von 388,10 Euro notiert das Papier derzeit rund 4,91 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 408,15 Euro, das am 28. August 2025 erreicht wurde.
Dynamik durch Produktneuheiten und China-Geschäft
Ein wesentlicher Treiber für den Erfolg im ersten Halbjahr war laut Berenberg die Innovationskraft des Unternehmens. Neue Produktlancierungen trugen im Berichtszeitraum rund 250 Basispunkte zum gesamten Umsatzwachstum bei. Im zweiten Halbjahr des Vorjahres hatte dieser Beitrag noch bei rund 200 Basispunkten gelegen. Dies unterstreicht die Wirksamkeit der aktuellen Investitionsprogramme und Markteinführungen.
Während der breite Luxussektor in China zuletzt mit Herausforderungen zu kämpfen hatte, zeigt sich das Segment der Premium-Kosmetik vergleichsweise widerstandsfähig.
Laut Daten der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman beabsichtigen 37 Prozent der wohlhabenden chinesischen Konsumenten, ihre Ausgaben für Prestige-Beauty-Produkte zu erhöhen. Dies spiegelt sich in den Zahlen von L'Oréal wider: Die Sparte L'Oréal Luxe verzeichnete in China ein Wachstum von 10 Prozent. Im Gegensatz dazu mussten viele Anbieter von Lederwaren und Luxustaschen in der Region deutliche Einbußen hinnehmen.
Strategische Weichenstellungen für 2027 und 2028
Auch für die kommenden Jahre passen Analysten ihre Erwartungen an. S. Lingnau von der Erste Group Bank hob die Schätzung für den Gewinn je Aktie (EPS) für das Geschäftsjahr 2027 auf 3,45 US-Dollar an, nachdem zuvor 3,39 US-Dollar prognostiziert worden waren. Zum Vergleich: Der Marktkonsens liegt hier aktuell bei 3,16 US-Dollar.
Zudem zeichnen sich strategische Veränderungen in der Partnerschaft mit Kering ab. Der Erwerb von Kering Beauté, zu dem auch die Marke Creed gehört, soll nun bereits im Jahr 2027 und damit früher als ursprünglich geplant abgeschlossen werden. Für die vorzeitige Vertragsauflösung erhält der bisherige Lizenznehmer Coty eine Entschädigung von 400 Millionen US-Dollar.
Ab dem Jahr 2028 sollen zudem die ersten Gucci-Beauty-Produkte unter der Regie von L'Oréal auf den Markt kommen. Berenberg geht davon aus, dass L'Oréal durch diese Maßnahmen und die starke operative Basis auch in Zukunft eine überdurchschnittliche Wertentwicklung erzielen kann.
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