Lanxess, Aktie

Lanxess Aktie: Prognose eingeengt

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Preise stÀrken Umsatz und Quartalsgewinn, doch Lanxess sieht weiterhin keine breite Erholung der Nachfrage.
Lanxess, Aktie, Prognose, Höhere, Preise, Umsatz, Quartalsgewinn, Erholung, Nachfrage Illustration mit AI erstellt.

Lanxess stutzt den oberen Rand seiner Gewinnprognose. Der Kölner Spezialchemiekonzern rechnet fĂŒr 2026 nun mit einem bereinigten EBITDA am oberen Ende von 450 bis 500 Millionen Euro. Bisher lag die Spanne bei 450 bis 550 Millionen Euro. Die Formulierung klingt nach Zuversicht, faktisch sinkt die Obergrenze.

Preise treiben das dritte Quartal

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 9,6 Prozent auf 1,467 Milliarden Euro, vor allem getragen von höheren Preisen. Das bereinigte EBITDA legte um 11,2 Prozent auf 139 Millionen Euro zu, die Marge verbesserte sich leicht auf 9,5 Prozent. Analysten hatten im Mittel mit 138 Millionen Euro gerechnet. Die Zahlen lagen also knapp ĂŒber den Erwartungen.

Den RĂŒckenwind liefert auch der Iran-Krieg. Er stört die Lieferketten vieler asiatischer Wettbewerber, und Kunden wenden sich wieder stĂ€rker europĂ€ischen Anbietern zu. LieferfĂ€higkeit ist dadurch zum Wettbewerbsvorteil geworden. Lanxess hatte zudem frĂŒh die Preise erhöht, um gestiegene Kosten fĂŒr Rohstoffe, Energie und Logistik weiterzugeben.

Ein Blick auf die Sparten zeigt ein gemischtes Bild. Specialty Additives sprang beim EBITDA um 28 Prozent auf 71 Millionen Euro und ĂŒbertraf die Erwartungen klar. Advanced Intermediates enttĂ€uschte mit einem Minus von 20 Prozent auf 25 Millionen Euro. Consumer Protection blieb mit 67 Millionen Euro nahezu stabil.

Cashflow besser, Nachfrage schwach

Der freie Cashflow drehte auf 48 Millionen Euro, nach minus 14 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die Nettoverschuldung liegt bei rund 2,0 Milliarden Euro, das VerhĂ€ltnis zum EBITDA sank auf das 4,1-Fache nach dem 4,4-Fachen im zweiten Quartal. FĂŒr das Schlussquartal erwartet Lanxess erneut einen positiven Free Cashflow.

Unter dem Strich bleibt allerdings ein Verlust von 70 Millionen Euro, belastet von hohen Abschreibungen. Im Vorjahr waren es 77 Millionen Euro Verlust.

Konzernchef Matthias Zachert dÀmpft die Erwartungen. Von einer breiten und nachhaltigen Nachfrageerholung seien viele KernmÀrkte noch entfernt, besonders Agrochemie, Auto und Bau. Die Kostensenkungen zahlten sich dagegen aus.

FĂŒr das vierte Quartal nennt das Unternehmen mehrere Faktoren: Einsparungen, die erst gegen Jahresende voll greifen, UnterstĂŒtzung durch EU-Antidumpingmaßnahmen, die saisonale SchwĂ€che und anfangs weiter niedrige Rheinpegel. Das EBITDA-Ziel von maximal 500 Millionen Euro setzt dem Jahr damit eine klare Obergrenze.

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