Lazard Aktie: Drittes Standbein steht
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deLazard hat die Übernahme von Campbell Lutyens abgeschlossen und bündelt sein Geschäft mit privatem Kapital in einer neuen Einheit: Lazard CL. Es ist nach Konzernangaben das dritte globale Geschäftsfeld der Investmentbank. Die Transaktion war am 30. April 2026 angekündigt worden.
Was die neue Einheit mitbringt
Lazard CL startet mit mehr als 300 Beratern in 19 Büros weltweit. Zusammen haben die beiden Teams in den vergangenen vier Jahrzehnten bei rund 1.300 Mandaten beraten, das begleitete Volumen aus Kapitalaufnahmen und Zweitmarkttransaktionen summiert sich auf über eine Billion Dollar.
Das Angebot reicht von Fondsplatzierung über Primärfundraising bis zu Secondary-Beratung und GP-Kapitallösungen. Abgedeckt sind Private Equity, Private Credit, Infrastruktur und Immobilien. Ein Vertriebsteam mit mehr als 60 Fachleuten verbindet etwa 4.000 institutionelle Investoren mit Anlagemöglichkeiten.
Als Differenzierungsmerkmal nennt Lazard eigene Datensätze, die über 15 Jahre gewachsen sind. Sie umfassen rund 100.000 Datenpunkte zur Investorenstimmung und etwa 20.000 zu Fondspreisen. Gepaart mit KI-Werkzeugen sollen sie Positionierung und Investorenansprache für Kunden schärfen.
Bezahlt vor allem in Aktien
Die Gegenleistung zum Abschluss floss überwiegend in Lazard-Aktien, Teile davon unterliegen Haltefristen von bis zu drei Jahren. Das stärke die Bilanz und binde das kombinierte Team an die langfristige Entwicklung der Bank, erklärt das Unternehmen. Für die Altaktionäre bedeutet die Aktienzahlung allerdings auch eine Verwässerung.
Konzernchef Peter Orszag sieht die Einheit als Baustein der Strategie „Lazard 2030". Sie soll die Erlösbasis breiter aufstellen und die Verzahnung mit Fusionsberatung, Kapitalmarktgeschäft und Restrukturierung vertiefen. Die Leitung übernehmen Gordon Bajnai und Holcombe Green als Co-Chefs.
Zielmarke 500 Millionen Dollar
Wirtschaftlich peilt Lazard für die neue Einheit rund 500 Millionen Dollar kombinierten Umsatz an. Im Jahr 2027 soll sie ergebniswirksam positiv beitragen, bevor Synergien auf der Erlös- oder Kostenseite eingerechnet sind. Campbell Lutyens läuft nach Unternehmensangaben besser als die Annahmen, auf denen der Kauf beruhte.
Das Management formuliert damit eine klare Erwartung: Ab 2027 muss die Einheit ihren Beitrag zum Ergebnis liefern. Ob das gelingt, hängt auch von Fundraising- und Zweitmarktaktivität sowie von der Integration der Teams ab, die Lazard selbst als Risikofaktoren nennt.
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