LEG Immobilien Aktie: Verkauft Glasmacherviertel an Hines
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deLEG Immobilien hat gestern den Verkauf des Glasmacherviertels in DĂŒsseldorf-Gerresheim an ein Gemeinschaftsunternehmen von Hines und Vastint bekannt gegeben. Das rund 193.000 Quadratmeter groĂe Areal ist nach Unternehmensangaben die gröĂte Einzeltransaktion von LEG im Jahr 2026. FĂŒr Anleger sind vor allem die Zahlungsbedingungen wichtig: Der Kaufpreis flieĂt in TeilbetrĂ€gen abhĂ€ngig vom Planungsfortschritt.
Kaufpreis bleibt vertraulich
Ăber die Höhe des Kaufpreises vereinbarten die Beteiligten Vertraulichkeit. Damit lĂ€sst sich der finanzielle Umfang des Verkaufs nicht beziffern. Die gestaffelte Zahlung bedeutet zudem, dass der vereinbarte Kaufpreis nicht auf einmal zuflieĂt. Der weitere Planungsverlauf ist deshalb auch fĂŒr die Zahlungsabwicklung relevant.
Die GrundstĂŒckskaufvertrĂ€ge wurden als Asset Deal wirksam geschlossen. LEG verkauft damit das GrundstĂŒck an die KĂ€ufergemeinschaft. Einen unmittelbaren Baustart bedeutet der EigentĂŒmerwechsel allerdings nicht: Die Planungs- und Genehmigungsverfahren laufen weiter.
Das Areal war bis 2005 industriell als GlashĂŒttengelĂ€nde genutzt worden. LEG erhielt es Anfang 2025 durch die MehrheitsĂŒbernahme von Brack Capital Properties. Mit dem Verkauf gibt das Unternehmen das GelĂ€nde an die neuen Projektentwickler weiter.
Wohnquartier entsteht in mehreren Abschnitten
Hines und Vastint planen auf dem GelÀnde rund 1.600 bis 1.800 Wohnungen. Mindestens 80 % der vorgesehenen FlÀchen sollen dem Wohnen dienen. ErgÀnzend sind Nahversorgung, Gastronomie, Gewerbe und soziale Einrichtungen vorgesehen.
Ăffentliche GrĂŒnflĂ€chen und der Erhalt historischer GebĂ€ude gehören ebenfalls zum Konzept. Die Entwicklung soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Wie das Quartier konkret ausgestaltet wird, bleibt Gegenstand der laufenden Abstimmungen und Genehmigungen.
Die geplante BruttogeschossflÀche betrÀgt rund 210.000 Quadratmeter. Drei historische GebÀude sollen erhalten bleiben. Nach Angaben des WDR steht ein Baubeginn noch nicht fest.
Jefferies bleibt trotz niedrigerem Ziel positiv
Der Verkauf fĂ€llt in ein Umfeld vorsichtigerer Bewertungen von Immobilienaktien. Jefferies hat gestern das Kursziel fĂŒr LEG von 82 auf 72 Euro gesenkt. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen.
Analyst Pierre-Emmanuel Clouard sieht bei europĂ€ischen Immobilienwerten inzwischen andere Belastungen als vorrangig an. SchwĂ€cheres externes Wachstum, langsamer steigende Dividenden und erneuter Druck auf Vermögenswerte wiegen aus seiner Sicht schwerer als Refinanzierungen nach auslaufenden Zinsbindungen. Auch die zunehmende Konsolidierung zĂ€hlt er zu den gröĂeren Risiken. Finanzierungsvorhaben bleiben seiner EinschĂ€tzung nach teuer.
Der DĂŒsseldorfer Verkauf ist damit eine konkrete Transaktion in einem anspruchsvollen Branchenumfeld. FĂŒr LEG-Anleger bleibt die Unterscheidung entscheidend: Der Vertrag ist geschlossen, die Kaufpreiszahlungen folgen jedoch dem Planungsfortschritt. Aus dem Verkauf allein lĂ€sst sich deshalb kein sofortiger vollstĂ€ndiger Mittelzufluss ableiten.
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