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LEG Immobilien Aktie: Zinsen verkraftbar

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 14:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

LEG beziffert die jährliche Zinsmehrbelastung auf 20 bis 30 Millionen Euro; über die Zukunft von Renowate ist noch nicht entschieden.

Moderne renovierte Wohnhausanlage mit Balkonen und Grünflächen im Innenhof
LEG Immobilien SE (DE000LEG1110) verwaltet moderne Wohnsiedlungen mit Balkonen und gepflegten Grünanlagen in Städten Illustration mit AI erstellt.

Steigende Zinsen, Enteignungsdebatte in Berlin, ein schwächelndes Sanierungsprojekt: LEG-Chef Lars von Lackum hat in einem Interview gleich mehrere Baustellen angesprochen. Sein Tenor fällt gelassen aus. Die Aktie gab zeitweise leicht nach.

Refinanzierung: Mehrkosten im überschaubaren Rahmen

Der Konzern muss pro Jahr rund eine Milliarde Euro refinanzieren. Der durchschnittliche Fremdfinanzierungssatz liegt derzeit bei 1,8 Prozent. Das zuletzt gestiegene Zinsniveau würde nach Angaben des Managers 20 bis 30 Millionen Euro Mehrbelastung bedeuten. Das entspreche in etwa dem, was LEG auf der Mietseite an zusätzlichen Einnahmen sehe.

Am Transaktionsmarkt bremsen höhere Zinsen dagegen spürbar. Hinzu kommen geopolitische und politische Unsicherheiten, die Investoren zögern lassen. LEG kann weiterhin kleinere Portfolios bis zu 5 Millionen Euro veräußern. Größere Deals kommen dagegen kaum zustande.

Renowate auf dem Prüfstand

Das Geschäft mit serieller energetischer Sanierung läuft nicht so gut wie erhofft. LEG gründete Renowate 2021 gemeinsam mit der österreichischen Rhomberg Bau. Ein Festhalten hängt davon ab, dass das Gemeinschaftsunternehmen 2026 die Gewinnschwelle erreicht. Andernfalls würde LEG Alternativen prüfen, etwa die Aufgabe oder den Verkauf an spezialisierte Käufer. Einen Beschluss gibt es bislang nicht.

Enteignungsdebatte: Sorge ohne direkte Betroffenheit

LEG besitzt keine Wohnung in Berlin, verfolgt die dortige Debatte aber mit Sorge. Eigentum garantiere individuelle Freiheit, so von Lackum. Eine Vergesellschaftung würde ein anderes Gesellschaftssystem schaffen. Internationale Investoren fragten ihn regelmäßig, ob Deutschland auf dem Weg in den Sozialismus sei.

Ein Übergreifen auf die westdeutschen Bundesländer, in denen LEG aktiv ist, erwartet der Manager nicht. Die Wohneigentumsquote liegt dort zwischen 46 und 54 Prozent, in Berlin nur bei etwa 18 Prozent. Zudem setzt er auf das geplante Bundesgesetz, das Vergesellschaftungen durch Länder unterbinden soll. Ob der Bund das rechtlich überhaupt darf, ist umstritten.

Die Linke wurde bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl stärkste Kraft. Bei den angestrebten Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD dürfte das Thema eine wichtige Rolle spielen. Die LEG-Aktie notierte im XETRA-Handel zeitweise 0,52 Prozent im Minus bei 46,02 Euro. Für den Konzern mit rund 171.000 Wohnungen, davon 136.000 in Nordrhein-Westfalen, entscheidet sich die Renowate-Frage bis Jahresende.

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