Leidos Aktie: Raketen und Reveille Forge
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 19:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Leidos baut seine Rolle im Rüstungsgeschäft der US-Armee aus. Binnen weniger Stunden wurden zwei Entwicklungen bekannt: eine Teilnahme an einer dauerhaften Testumgebung und die Wahl eines Zulieferers für einen neuen Marschflugkörper. Beides zielt auf dasselbe Thema, nämlich schnellere Einsatzreife bei günstigeren Waffensystemen.
Dauerhafter Testlauf für Armee-Technik
Leidos beteiligt sich an Reveille Forge, der neuen Integrations- und Testumgebung der US-Armee. Sie folgt auf die Übung Operation Jailbreak im Juni und soll Kompatibilitätsprobleme zwischen Systemen früher im Entwicklungsprozess sichtbar machen. Regierung, Industrie und Hochschulen testen dort dauerhaft, statt nur bei punktuellen Events.
Leidos hat zuletzt den Jailbreak Sprint 1.5 auf dem Redstone Arsenal in Alabama abgeschlossen. Der Konzern zeigte Fähigkeiten in zugelassenen Testumgebungen, prüfte die Zusammenarbeit mit Armeesystemen und testete Werkzeuge für Cybersicherheit und Informationsaustausch.
Im Einsatz waren mehrere eigene Systeme. Dazu zählen IFPC Inc 2, ein bodengestütztes System gegen Drohnen und Marschflugkörper, und das KI-gestützte Anti-Drohnen-Radar MXR. Hinzu kommt ALPS, ein passives Überwachungssystem, das Luftbedrohungen erkennt, ohne die eigene Position zu verraten.
Der Ansatz passt zur Modular Open Systems Approach der Armee. Offene Schnittstellen sollen Sensoren, Waffen und Software verschiedener Anbieter verbinden. Leidos ordnet die Arbeit zudem seiner Wachstumsstrategie NorthStar 2030 zu.
Zulieferer für den Billig-Marschflugkörper
Parallel dazu hat Leidos den Raketenmotorenhersteller X-Bow Systems ausgewählt. Das Unternehmen soll die Booster-Motoren für die Low-Cost Containerized Munition (LCCM) der Armee entwickeln und fertigen. Nach Design, Qualifizierungstests und Brennversuchen ist die Serienfertigung in großen Stückzahlen für 2027 vorgesehen.
Der Auftrag ist für Leidos strategisch interessant. Das Programm gehört zur Initiative "Arsenal of Freedom" des US-Kriegsministeriums, in deren Rahmen Leidos die Munition in großer Zahl produzieren soll. Feststoff-Raketenmotoren gelten als Engpass, weil die Branche lange auf wenige große Lieferanten konzentriert war. Mit X-Bow bindet Leidos einen Anbieter ein, der auf additive Fertigung setzt.
Zu finanziellen Details der Verträge machten die Beteiligten keine Angaben. Auch Kursreaktionen sind noch nicht absehbar.
Was jetzt ansteht
Die Armee-Messe AUSA läuft noch bis zum 14. Oktober in Washington. Dort dürften weitere Details zu LCCM und den Testprogrammen zur Sprache kommen. Leidos selbst will die Arbeit an offenen Architekturen und die Interoperabilität über die laufende Teilnahme an Reveille Forge weiter vorantreiben. Der Konzern erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 17,2 Milliarden Dollar Umsatz.
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