Lenzing, Aktie

Lenzing Aktie: Heiligenkreuz schließt bis Ende 2026

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 18:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lenzing verzeichnet Umsatzrückgang und EBITDA-Rückgang, verdoppelt aber den Nettogewinn. Radikaler Sparkurs mit 2.000 Stellenstreichungen und Werksverkäufen soll die Wende bringen.

Lenzing-Aktie: Radikaler Konzernumbau und Stellenabbau belasten Halbjahreszahlen
Industrielle Anlage in kühlem, gedämpftem Licht, die einen strukturellen Wandel und wirtschaftliche Veränderung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Faserhersteller Lenzing durchläuft derzeit eine Phase des massiven Umbaus, während die operativen Geschäfte im ersten Halbjahr 2026 unter Druck standen.

Wie das Unternehmen am 6. August mitteilte, sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf 1,27 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 1,34 Milliarden Euro erzielt worden waren. Trotz dieses Rückgangs konnte der Konzern das Ergebnis nach Steuern mehr als verdoppeln.

Operative Herausforderungen und Sondereffekte

Die positive Entwicklung beim Nettoergebnis resultiert laut Unternehmensangaben primär aus vorteilhaften Fremdwährungseffekten und einem verbesserten Finanzerfolg. Im operativen Kerngeschäft hingegen spiegelte sich das schwierige Marktumfeld deutlicher wider.

Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sank von 268,6 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 239,2 Millionen Euro. Damit einher ging ein Rückgang der EBITDA-Marge, die nach 20 Prozent im Vorjahr am 6. August mit 18,9 Prozent ausgewiesen wurde.

Um die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität langfristig zu sichern, hat die Konzernleitung die Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ initiiert. Ziel ist eine stärkere Positionierung in höherwertigen Marktsegmenten und eine nachhaltige Erhöhung der Kapitalrendite.

Medienberichten zufolge soll der Standort Lenzing dabei mit seinen verbleibenden 2.670 Mitarbeitern ein zentraler Pfeiler bleiben, während an anderen Stellen drastische Einschnitte vorgenommen werden.

Radikaler Stellenabbau und Standortverkäufe

Der angekündigte Strategiewechsel zieht weitreichende personelle und strukturelle Konsequenzen nach sich. Lenzing plant, die Faserproduktion im burgenländischen Heiligenkreuz bis Ende 2026 auslaufen zu lassen.

Darüber hinaus sollen sowohl dieser Standort als auch das Werk im englischen Grimsby verkauft werden. Im Zuge dieser Maßnahmen sieht sich das Unternehmen gezwungen, die Belegschaft massiv zu reduzieren: Bis Ende 2027 sollen weltweit rund 2.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Diese Umstrukturierung belastet die Bilanz des laufenden Geschäftsjahres erheblich. Das Unternehmen rechnet für 2026 mit Wertminderungen auf langfristige Vermögenswerte, insbesondere Sachanlagen, in einer Höhe von bis zu 150 Millionen Euro.

Diese Abschreibungen werden das Konzernergebnis und das EBIT belasten, haben jedoch keine Auswirkungen auf das EBITDA. Für die geplanten Personalmaßnahmen werden zudem Restrukturierungsrückstellungen von bis zu 40 Millionen Euro erwartet, die das EBITDA im laufenden Jahr mindern dürften.

Finanzielle Absicherung und Aktionärsstruktur

Zur Unterstützung des Transformationsprozesses hat Lenzing neue Finanzierungsvereinbarungen im Volumen von bis zu 300 Millionen Euro getroffen. Gleichzeitig gelang es dem Management, die Laufzeiten bestehender Verbindlichkeiten bis zum Jahr 2030 zu verlängern, was für zusätzliche Planungssicherheit sorgt. Dieser Schritt wird maßgeblich von den Hauptaktionären, der B&C-Gruppe und Suzano, sowie der Oberbank unterstützt.

An der Börse spiegeln sich die Unsicherheiten des Umbaus und das schwächere Branchenumfeld wider. Die Aktie beendete den Handel am vergangenen Freitag bei 23,05 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert damit ein leichtes Minus von 0,9 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch, das am 19. Juni 2026 noch bei 29,75 Euro markiert wurde, ist das Papier derzeit ein signifikantes Stück entfernt. Angesichts der hohen Restrukturierungskosten und der Marktlage hatte das Management bereits früher im Jahr darauf hingewiesen, dass eine verlässliche Prognose für das Gesamtjahr 2026 weiterhin schwierig bleibt.

Anzeige

Lenzing-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lenzing-Analyse vom 16. August liefert die Antwort:

Die neusten Lenzing-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lenzing-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Lenzing: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer...

de | AT0000644505 | LENZING | boerse | 69955956 |