Linde, Aktie

Linde Aktie: Lincare-Verkauf geprüft

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 07:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Linde verzeichnet starkes Umsatzwachstum, doch die schwache Lincare-Sparte drückt die Marge. Der Konzern prüft einen Verkauf und hebt die Jahresprognose an.

Linde-Aktie: Trotz Rekordumsatz bricht der Kurs ein – Heimpflege-Sparte sorgt für Verluste
Moderne Industrieanlage bei Dämmerung als Symbol für strategische Unternehmensentscheidungen im Gase-Sektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rekordergebnisse allein reichen nicht mehr aus. Trotz Bestwerten beim Umsatz straften Anleger die Linde-Aktie am Freitag mit einem Minus von 5,58 Prozent ab. Die Enttäuschung sitzt tief, denn ein schwächelndes Segment überschattet das operative Wachstum des Industriegase-Riesen.

Die bereinigte operative Marge sank im zweiten Quartal auf 29,5 Prozent. Das sind 60 Basispunkte weniger als im Vorjahr. CEO Sanjiv Lamba zeigte sich mit diesem Wert unzufrieden. Vor allem das US-Heimpflegegeschäft der Marke Lincare drückt auf die Profitabilität des Konzerns.

Hohe Kosten und sinkende Erstattungen belasten die Sparte massiv. Das Management reagiert nun und prüft eine strategische Neuausrichtung. Ein teilweiser oder vollständiger Verkauf des Geschäfts steht im Raum, um die Margen des Gesamtunternehmens zu schützen.

Abseits der Heimpflege liefert Linde ab. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Vor allem die Nachfrage nach Spezialgasen für die Chip-Produktion befeuert das Wachstum. In Phoenix investiert der Konzern eine Milliarde Dollar in eine neue Anlage für einen großen Halbleiterhersteller.

Der Auftragsbestand bei Gas-Lieferverträgen erreichte einen Rekordwert von 8,1 Milliarden Dollar. Im gleichen Schritt hob der Vorstand die Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht an. Er erwartet nun einen bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 17,70 und 17,90 Dollar.

Aktionäre erhalten im September eine Quartalsdividende von 1,60 Dollar je Aktie. Nach dem Kursrutsch auf 416,00 Euro signalisiert die Technik eine Übertreibung nach unten. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf 29,2 gefallen, was die Aktie in den technisch überverkauften Bereich drückt.

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