Lindsay, Aktie

Lindsay Aktie: Brasilien-Zukauf nach Zahlen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 21:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Bewässerungsspezialist übernimmt Setorial, während der Quartalsumsatz um fünf Prozent wächst und der Jahresumsatz zurückgeht.
Moderne, technisierte Landwirtschaft in einem weitläufigen Feld bei Sonnenuntergang zur Symbolisierung von Wachstum. Illustration mit AI erstellt.

Lindsay kauft in Brasilien zu, und das am selben Tag, an dem der Bewässerungsspezialist Quartalszahlen vorlegt. Die Übernahme des Schlauchtrommel-Herstellers Setorial Irrigação soll das Geschäft in einem Markt stärken, den das Management trotz kurzfristiger Bremsspuren als zentral für das internationale Wachstum bezeichnet.

Setorial ergänzt die Kreisberegnung

Setorial sitzt in Limeira im Bundesstaat São Paulo und blickt auf rund 30 Jahre Erfahrung zurück. Das Unternehmen baut Schlauchtrommel-Bewässerungssysteme, außerdem Sprinkler und Pumpen. Seine Kunden reichen von großen Zucker- und Ethanolfabriken bis zu Familienbetrieben.

Lindsay-Chef Randy Wood nennt Schlauchtrommeln eine natürliche Ergänzung zu den Zimmatic-Kreisberegnern. Sie eignen sich für kleinere oder unregelmäßig geformte Felder, etwa im Zuckerrohranbau. Marke, Team und Werk bleiben nach dem Abschluss erhalten, Gründer Diomedes Pellegrini Tamani führt weiter.

Der Abschluss steht noch unter üblichen Bedingungen und wird in den kommenden Monaten erwartet. Finanziert wird der Kauf aus Barmitteln. Die Transaktion sei im Konzernmaßstab relativ klein, so Wood, einen Preis nannte er nicht.

Viertes Quartal über den Erwartungen

Die Zahlen für das Ende August abgeschlossene Geschäftsjahr fielen im Schlussquartal besser aus als erwartet. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 161,6 Millionen Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 1,10 Dollar. Analysten hatten mit 1,00 Dollar gerechnet. Das Nordamerika-Geschäft legte um 11 Prozent zu, die Infrastruktursparte um 13 Prozent. Dort sprang das operative Ergebnis um 41 Prozent.

Das Gesamtjahr bleibt schwächer. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 635,9 Millionen Dollar, der Gewinn je Aktie um 21 Prozent auf 5,33 Dollar. Geringere Stückzahlen, schlechtere Fixkostenabdeckung und höhere Einkaufspreise belasteten die Margen.

Die Aktie legte im vorbörslichen Handel moderat zu und notierte zuletzt knapp über 107 Dollar.

Vorsichtiger Ausblick

Wood bleibt zurückhaltend. Es sei schwer zu sagen, dass der Markt gedreht habe, der nordamerikanische Bewässerungsmarkt dürfte gedämpft bleiben, bis Rohstoffpreise und Farmeinkommen nachhaltig steigen. In Brasilien bremsen hohe Zinsen und knappe Kredite, die Zahl der Angebotsanfragen steigt aber.

Im Nahen Osten und Nordafrika erwartet Lindsay 2027 kein Großprojekt. Die rund 70 Millionen Dollar aus dem laufenden Jahr dürften zur Hälfte durch kleinere Projekte aufgefangen werden. Hinzu kommen Einsparungen von etwa acht Millionen Dollar aus der Restrukturierung.

Aktionäre erhalten zudem Rückenwind: Der Verwaltungsrat hat ein neues Rückkaufprogramm über bis zu 150 Millionen Dollar genehmigt, 100 Millionen Dollar davon sind noch verfügbar. Die neue Verzinkungsanlage in Nebraska soll vor Jahresende anlaufen. Die Auswahl des neuen Finanzchefs will das Unternehmen in den kommenden Wochen bekannt geben.

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