Lindt & Sprüngli Aktie: UBS hält an Buy fest
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Erwartungen für Lindt & Sprüngli neu gesteckt. An ihrer Einstufung mit „Buy“ hält das Institut gleichwohl fest.
Die Anpassung verdeutlicht das anspruchsvolle Umfeld für den Schweizer Traditionskonzern. Teure Rohstoffe belasten die Margen, während Konsumenten zunehmend preissensibel auf Veränderungen im Süßwarenregal reagieren.
Absatzrückgang nach Preiserhöhungen
Wie sich dieser Gegenwind bemerkbar macht, zeigten die Halbjahresergebnisse, die Lindt & Sprüngli vor über einem Monat vorlegte. Um die drastische Teuerung bei den Kakaopreisen abzufedern, setzte der Konzern auf spürbare Preisanpassungen. Gleichzeitig bekam das Unternehmen jedoch die Zurückhaltung der Kundschaft zu spüren.
Konkret hob Lindt die Preise gruppenweit um 11,8 Prozent an. Im Gegenzug sank das Absatzvolumen samt Produktmix um 7,5 Prozent. Das organische Umsatzwachstum erreichte in den ersten sechs Monaten dennoch 4,3 Prozent.
Dank der starken Positionierung im Premiumsegment gelang es dem Konzern, die höheren Beschaffungskosten zumindest teilweise an den Handel weiterzugeben.
Verschärfte Kostendisziplin im Konzern
Um die operativen Ertragsziele dennoch abzusichern, hat Lindt & Sprüngli vor gut drei Wochen die Sparbemühungen forciert. Verschiedene Effizienz- und Kostensenkungsprogramme sollen die Ausgabenseite entlasten. Dabei macht das Management selbst vor traditionellen Anlässen nicht halt: Das alljährliche Mitarbeiter-Skiwochenende in Grindelwald wird in diesem Jahr einmalig ausgesetzt.
Neben dem Kostendruck sah sich das Unternehmen mit rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. Vor rund einem Monat reichte die US-Kanzlei International Rights Advocates Klage gegen Lindt & Sprüngli ein.
Der Vorwurf lautet auf angebliche Falschdarstellungen bei Maßnahmen gegen Kinderarbeit in Ghana und der Elfenbeinküste. Der Schokoladenhersteller wies die Anschuldigungen zurück und verwies auf etablierte Lieferantenprotokolle sowie die systematische Aufarbeitung von Verdachtsfällen.
Gegenwind an den Finanzmärkten
An den Finanzmärkten spiegelt sich die angespannte Lage wider. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 26 Prozent. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 9.215,00 Euro. Damit liegt der Kurs 5,9 Prozent über dem 52-Wochen-Tief.
Dass das Analysehaus an seiner Kaufempfehlung festhält, signalisiert Vertrauen in das Geschäftsmodell. Auf kurze Sicht bleibt die Bewältigung des Rohstoffpreisdrucks jedoch die beherrschende Aufgabe für den Konzern.
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