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Lockheed Martin Aktie: 35-Milliarden-Auftrag für THAAD

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 05:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lockheed Martin steigert Umsatz und Gewinn im Raketengeschäft, erhält große THAAD-Aufträge und investiert weiter in automatisierte Produktion.

Lockheed Martin: Raketenaufträge und neue Technologien treiben Wachstum
Abstrakte Darstellung einer modernen Luft- und Raumfahrt-Produktionsstätte mit Fokus auf technologische Präzision. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin treibt die Modernisierung seines Portfolios mit technologischen Durchbrüchen bei Präzisionswaffen und großvolumigen Regierungsaufträgen voran.

Im Zentrum der aktuellen Entwicklungen steht die neue Version des Lenkwaffensystems GMLRS. Diese als ER GMLRS bezeichnete Variante verdoppelt die bisherige Reichweite der Raketen, während die volle Kompatibilität mit den bereits existierenden Startgeräten erhalten bleibt. Diese technologische Weiterentwicklung stützt einen im zweiten Quartal 2026 vergebenen Produktionsvertrag der US Army im Volumen von drei Milliarden US-Dollar.

Wachstum im Raketensektor und Großauftrag für THAAD

Die Sparte Missiles and Fire Control (MFC) erweist sich als wesentlicher Wachstumstreiber des Konzerns. Im zweiten Quartal verzeichnete dieses Segment eine Umsatzsteigerung von 19 Prozent, während der Gewinn um 24 Prozent zulegte. Für das Gesamtjahr 2026 stellt das Management für diesen Bereich einen Umsatz zwischen 16,5 und 16,9 Milliarden US-Dollar bei einem erwarteten Gewinn von bis zu 2,35 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

Parallel dazu festigt Lockheed Martin seine Position in der Raketenabwehr. Im August erhielt das Unternehmen einen Großauftrag über 35 Milliarden US-Dollar für das THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense). Trotz dieses Erfolges bleibt die Skalierung der Produktion eine Herausforderung für das Pentagon.

Berichten zufolge werden derzeit etwa 96 THAAD-Einheiten pro Jahr gefertigt, was bei den aktuellen Zielvorgaben eine jahrzehntelange Produktionsdauer für die vollständige Auffüllung der Arsenale bedeuten würde. Um diesen Engpässen zu begegnen, arbeitet Lockheed Martin zudem an kostengünstigeren Varianten des Patriot-Systems.

Digitale Transformation und strategische Partnerschaften

Um die Effizienz in der Fertigung zu steigern, investiert CEO Jim Taiclet rund 2,4 Milliarden US-Dollar in die Automatisierung und das Konzept der „Fabrik der Zukunft“. Ziel ist es unter anderem, die Produktion des Kampfjets F-35 bis zum Ende des Jahres auf 156 Maschinen zu steigern.

Seit 2021 konnten die erforderlichen Arbeitsstunden in der Produktion bereits um 18 Prozent gesenkt werden, wenngleich eine komplexe Lieferkette mit rund 1.900 Zulieferern weiterhin Risiken für den Zeitplan birgt.

Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz meldet das Unternehmen Fortschritte. Im August bestand eine KI-gestützte Suite zur Gefechtsführung für die Verteidigung von Guam die Evaluierung der Phase 2 am Stützpunkt Fort Bliss. Das System integriert Daten verschiedener Abwehrplattformen und liefert in Echtzeit Empfehlungen für die Feuerleitung.

Zusätzlich erweitert der Konzern seine Kooperationen. Eine bestehende Vereinbarung mit Firefly Aerospace für Weltraumstarts wurde bis zum Jahr 2031 verlängert. In Indien wird die Partnerschaft mit Tata Advanced Systems ausgebaut, wobei eine neue Anlage für Wartung und Instandsetzung im Dezember eröffnet werden soll.

Zudem kooperiert Lockheed Martin mit General Motors, um die Erfahrung des Automobilbauers in der Massenfertigung für eine beschleunigte Produktion von Munition zu nutzen.

Einordnung der aktuellen Kursentwicklung

An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabil. Gestern schloss die Aktie im deutschen Handel bei 485,40 Euro. Mit diesem Niveau notiert der Wert rund 1,3 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 479,30 Euro, was auf einen kurzfristig intakten Aufwärtstrend hindeutet.

Dennoch bleibt ein deutlicher Abstand zum bisherigen Rekordniveau bestehen: Vom 52-Wochen-Hoch bei 616,00 Euro ist der Kurs derzeit rund 21 Prozent entfernt. Anleger blicken nun auf die Umsetzung der ambitionierten Produktionsziele für das laufende zweite Halbjahr.

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