Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: 2,5 Milliarden Allegris verzögert sich um zwei Jahre

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 20:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Höhere Ölpreise, Verzögerungen bei Allegris und ein juristischer RĂŒckschlag setzen die Lufthansa-Aktie trotz ITA-Ausbau weiter unter Druck.

Lufthansa-Aktie unter Druck: Ölpreise und Allegris-Verzögerung
Modernes, luxuriöses Flugzeugkabinen-Interieur in blauer atmosphĂ€rischer Beleuchtung als Symbol fĂŒr die Luftfahrtbranche. Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie der Deutschen Lufthansa verzeichnet am heutigen Montag deutliche Kursverluste und setzt damit ihren kurzfristigen AbwĂ€rtstrend fort. Belastet wird das Papier vor allem durch die Zuspitzung des Konflikts im Nahen Osten, die zu einem sprunghaften Anstieg der Ölpreise gefĂŒhrt hat.

Parallel dazu kĂ€mpft der Konzern mit hausgemachten Problemen bei der EinfĂŒhrung seines neuen Kabinenprodukts Allegris und einem juristischen DĂ€mpfer in einem lĂ€ngerfristigen Haftungsverfahren.

Ölpreis-Anstieg und Kostenwarnungen belasten die Branche

Die geopolitische Lage im Persischen Golf hat sich massiv verschĂ€rft. Nach US-MilitĂ€rschlĂ€gen gegen Stellungen im Iran stieg der Preis fĂŒr die fĂŒr Europa maßgebliche Rohölsorte Brent auf ĂŒber 90 US-Dollar pro Barrel. Medienberichten zufolge ist der Durchfluss durch die strategisch wichtige Straße von Hormus erheblich eingebrochen, was die Sorge vor dauerhaft hohen Kerosinkosten befeuert.

In diesem schwierigen Umfeld warnte der Condor-Chef Peter Gerber am heutigen Montag in Frankfurt vor steigenden Ticketpreisen. Da die Kerosinpreise aufgrund der angespannten Lage nicht sinken, steige der Kostendruck auf die gesamte Branche.

Gerber forderte zudem eine Senkung der Standortkosten und eine Abschaffung der Luftverkehrsteuer nach schwedischem Vorbild, um die WettbewerbsfĂ€higkeit deutscher Airlines zu sichern. Die Lufthansa-Aktie notiert aktuell bei 7,88 Euro und verliert damit heute 1,7 Prozent an Wert. Mit diesem RĂŒcksetzer vergrĂ¶ĂŸert sich der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 8,83 Euro auf nunmehr minus 11 Prozent.

Massive Verzögerungen bei der Allegris-Kabine

ZusĂ€tzlich zur Kostenproblematik rĂŒcken operative HĂŒrden bei der Modernisierung der Flotte in den Fokus. Die Lufthansa investiert rund 2,5 Milliarden Euro in das neue Allegris-Kabinenkonzept, das ĂŒber 27.000 neue Sitze in mehr als 80 Flugzeugen der Typen Airbus A350 sowie Boeing 787-9 und 777-9 vorsieht. Doch die Zulassung der zwölf verschiedenen Sitztypen, die von vier verschiedenen Zulieferern stammen, bereitet erhebliche Probleme.

Besonders deutlich wird der Verzug bei der Boeing 787-9, die bereits rund zwei Jahre hinter dem ursprĂŒnglichen Zeitplan liegt. Auch bei der neuen First Class betrĂ€gt die VerspĂ€tung inzwischen etwa ein Jahr. Medienberichten zufolge waren im Herbst des vergangenen Jahres zeitweise nur vier von 28 Sitzen in der neuen Kabine nutzbar.

Die Lufthansa plant nun, ab dem 26. Oktober die Strecke von MĂŒnchen nach Singapur mit dem neuen Produkt zu bedienen. Ziel bleibt es weiterhin, bis Ende des laufenden Jahres jeden dritten Langstreckenjet mit der neuen Kabine ausgestattet zu haben.

Juristischer RĂŒckschlag und operative UnregelmĂ€ĂŸigkeiten

Neben den strategischen Herausforderungen muss der Konzern auch rechtliche RĂŒckschlĂ€ge verarbeiten. Im sogenannten Germanwings-Amtshaftungsprozess gab es zuletzt einen DĂ€mpfer fĂŒr die Fluggesellschaft, was das Vertrauen der Anleger zusĂ€tzlich belastet. Hinzu kamen Berichte ĂŒber ungeplante Landungen, die den Flugbetrieb in den vergangenen Tagen erschwerten.

Zwar konnte der Konzern vor ĂŒber einem Monat seinen Anteil an der italienischen Fluggesellschaft ITA auf 90 Prozent erhöhen, doch seither hat das Papier rund 6,0 Prozent an Wert verloren. Die aktuelle Kombination aus externen Schocks durch den Ölmarkt und internen Verzögerungen bei der wichtigen Produkt-Erneuerung verhindert derzeit eine nachhaltige Erholung des Aktienkurses.

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