Lufthansa, Aktie

Lufthansa Aktie: EBIT bricht auf 383 Millionen ein

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 04:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lufthansa senkt wegen hoher Treibstoffkosten und Streiks die Jahresziele. Parallel treibt der Konzern ITA-Expansion und Bord-Internet voran.

Lufthansa: Gewinneinbruch, ITA-Aufstockung und Starlink-Start im Fokus
Ein modernes Flugzeugtriebwerk auf dem Rollfeld bei düsterem Morgenlicht als Symbol für die Luftfahrtindustrie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Lufthansa Group navigiert derzeit durch turbulente Fahrwasser. Während ein deutlicher Gewinnrückgang im zweiten Quartal und eine gesenkte Jahresprognose die Bilanz belasten, treibt der Konzern seine strategische Neuausrichtung voran. Mit der Bestätigung des Einstiegs bei der italienischen ITA Airways und der Einführung neuer digitaler Angebote an Bord versucht das Management, die langfristigen Weichen für das Unternehmen neu zu stellen.

Schwache Quartalsbilanz erzwingt Prognosesenkung

Anfang August veröffentlichte die Lufthansa Group die Zahlen für das zweite Quartal 2026, die von erheblichen finanziellen Belastungen geprägt waren. Zwar stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf 11,14 Milliarden Euro, doch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach auf 383 Millionen Euro ein, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 870 Millionen Euro erzielt worden waren. Das Konzernergebnis sackte massiv auf 123 Millionen Euro ab.

Als Hauptursachen für diese Entwicklung nannte das Unternehmen gestiegene Treibstoffkosten, die mit 750 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresniveau lagen. Zudem belasteten Streiks im April das Ergebnis mit mindestens 150 Millionen Euro. Infolge dieser Zahlen korrigierte der Vorstand die Erwartungen für das Gesamtjahr nach unten.

Statt der ursprünglich geplanten deutlichen Steigerung wird nun ein bereinigtes EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro erwartet. Am Freitag schloss die Aktie bei 8,18 Euro. Damit weist das Papier einen Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von minus 9,0 Prozent auf und notiert seit Jahresanfang mit 2,7 Prozent im Minus.

Expansion nach Italien und Modernisierung der Flotte

Trotz der aktuellen Ertragsschwäche setzt die Lufthansa ihren Expansionskurs fort. Am Donnerstag bestätigte der Konzern die Einigung mit dem italienischen Finanzministerium, die Beteiligung an ITA Airways für rund 330 Millionen Euro um einen Anteil von 49 Prozent aufzustocken.

Parallel dazu führt die Fluggesellschaft Medienberichten zufolge Verhandlungen mit dem US-Flugzeugbauer Boeing. Dabei geht es um Entschädigungszahlungen für die verzögerten Auslieferungen der ersten Einheiten des Typs B777-9, die die Modernisierungspläne der Flotte bremsen.

Ein sichtbarer Fortschritt für die Passagiere steht am kommenden Mittwoch bevor: Die Lufthansa Group startet offiziell ihren satellitengestützten Internetdienst in Kooperation mit Starlink. Ziel ist es, bis zum Jahr 2029 alle rund 850 Flugzeuge der Gruppe mit diesem System auszurüsten, um die digitale Infrastruktur an Bord auf ein neues Niveau zu heben.

Schlichtung im Tarifstreit und Analystenstimmen

An der internen Front bemüht sich das Unternehmen um Stabilität. Nach anhaltenden Tarifkonflikten sind die Fluggesellschaft und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Mittwoch in ein Schlichtungsverfahren eingetreten. Ein Signal des Vertrauens kam zudem aus der Führungsebene: Vorstandsmitglied Dieter Vranckx erwarb am 7. August im Rahmen eines Eigengeschäfts 11.002 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 8,34 Euro.

Die Einschätzungen der Experten gehen nach den jüngsten Nachrichten weit auseinander. Das Analysehaus mwb Research nahm am Dienstag die Coverage für die Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 21,00 Euro auf. Im Gegensatz dazu zeigten sich die Analysten von JPMorgan skeptischer.

Nach der Vorlage der Quartalszahlen am 4. August bestätigte die US-Bank ihre Einstufung „Neutral“ und sieht ein Kursziel von lediglich 8,00 Euro. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung werden für den 3. November erwartet, wenn die Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlicht werden sollen.

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