Markel, Aktie

Markel Aktie: Operativ stark, Gewinn schwach

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Markels operatives Ergebnis wuchs im dritten Quartal um 14 Prozent, während Verluste aus Anlagen den Nettogewinn deutlich schmälerten.
Abstraktes, professionelles Bürointerieur bei Dämmerung als Symbol für Versicherungs- und Finanzstabilität. Illustration mit AI erstellt.

Zwei Gesichter in einer Bilanz: Markel meldet für das dritte Quartal einen deutlich niedrigeren Nettogewinn, das operative Geschäft ohne Börsenbewegungen legte jedoch zweistellig zu. Dazu kommt ein Rückversicherungsdeal, der Altlasten absichern soll.

Aktienportfolio drückt das Ergebnis

Der Nettogewinn sank auf 259 Millionen Dollar, nach 751 Millionen im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie fiel auf 18,15 Dollar, nach 59,25 Dollar. Der Umsatz stieg um 5,7 Prozent auf 4,16 Milliarden Dollar.

Den Rückgang erklärt vor allem das Anlageergebnis. Markel verbuchte Nettoverluste aus Kapitalanlagen von rund 281 Millionen Dollar, vor einem Jahr stand hier noch ein Gewinn von 433 Millionen. Das Gesamtergebnis für Aktionäre rutschte damit ins Minus.

Das bereinigte operative Ergebnis, das Marktbewegungen im Aktienportfolio ausklammert, zeichnet ein anderes Bild. Es kletterte um 14 Prozent auf 707 Millionen Dollar. Über neun Monate liegt es mit 1,6 Milliarden Dollar allerdings leicht unter dem Vorjahr.

Versicherung und Beteiligungen liefern

Im Versicherungsgeschäft wuchs das bereinigte Prämienvolumen um 9 Prozent. Die Combined Ratio lag bei 92 Prozent, nach 93 Prozent vor einem Jahr. Sie enthält eine Belastung von drei Punkten aus der abgewickelten Rückversicherungssparte. Das bereinigte operative Ergebnis des Segments gab im Quartal leicht um 2 Prozent nach, legt aber seit Jahresbeginn um 19 Prozent zu.

Kräftiger fiel das Plus bei den Beteiligungen aus. Das Industriesegment steigerte den Umsatz um 13 Prozent, organisch um 10 Prozent, der bereinigte operative Gewinn sprang um 29 Prozent. Das Finanzsegment verbesserte sich um 30 Prozent, Consumer und Other um 80 Prozent.

Zudem kaufte der Konzern im Quartal eigene Aktien für 315 Millionen Dollar zurück.

Enstar übernimmt Altlasten

Parallel dazu schloss Markel eine Vereinbarung mit Enstar. Der Rückversicherer sichert per Adverse Development Cover mögliche Reservenachschläge im auslaufenden Rückversicherungsgeschäft und in einigen aufgegebenen Sparten ab. Betroffen sind Reserven von 4,8 Milliarden Dollar aus den Zeichnungsjahren 2025 und früher.

Markel behält die ersten 2,6 Milliarden Dollar selbst, die nächsten 2,3 Milliarden gehen an Enstar. Obendrein gibt es Schutz von 1,2 Milliarden Dollar oberhalb der Reserven. Die Risikoprämie beträgt 120 Millionen Dollar. Auf das vierte Quartal erwartet das Unternehmen kaum Auswirkungen auf das Underwriting-Ergebnis. Die Transaktion braucht noch die Zustimmung der Aufsicht und soll bis Ende des vierten Quartals 2026 abgeschlossen sein.

Die Konzernführung verspricht sich davon mehr Planungssicherheit und Fokus auf das Kerngeschäft Spezialversicherung. Die Telefonkonferenz zu den Zahlen findet am Donnerstag, 29. Oktober, um 9:30 Uhr Ortszeit (Eastern Time) statt. Dort dürften Fragen zu Enstar-Deal und Anlageergebnis im Mittelpunkt stehen.

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