McDonald's Aktie: 3,38 Dollar EPS schlagen Schätzung
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 05:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
McDonald’s reagiert mit einem sofortigen Führungswechsel auf die jüngsten Herausforderungen in seinem wichtigsten Markt. Gestern wurde bekannt, dass Skye Anderson die Position der US-Präsidentin übernimmt und damit Joe Erlinger ersetzt. Die Personalie folgt auf eine Phase, in der der Fast-Food-Konzern in den USA mit schwächelnden Besucherzahlen und einer unzureichenden Umsetzung seiner neuen Preisstrategie zu kämpfen hatte.
Strategische Defizite bei der Preisgestaltung
Während der Konzern weltweit wächst, verzeichneten die US-Filialen im zweiten Quartal auf vergleichbarer Basis lediglich ein Umsatzplus von 0,8 Prozent. Dies lag deutlich hinter den Zuwächsen der Konkurrenz zurück. So meldete der Rivale Burger King für den US-Markt ein vergleichbares Umsatzwachstum von 8,5 Prozent im selben Zeitraum. Laut Medienberichten profitierte der Wettbewerber dabei von einer erfolgreichen Überarbeitung seines Kernprodukts „Whopper“ und einer hohen Reichweite in sozialen Medien.
Chris Kempczinski, CEO von McDonald’s, räumte zuletzt ein, dass es bei der Umsetzung der globalen „McValue“-Strategie in den USA zu Fehlern gekommen sei. Die Rabatt-Initiative werde derzeit nur von etwa 60 bis 65 Prozent der US-Standorte konsequent umgesetzt. Diese Inkonsistenz hat dazu beigetragen, dass die Kundenfrequenz im US-Geschäft zuletzt nachließ. Berichten zufolge setzte sich dieser Trend im Juli mit negativen Vergleichswerten fort. Die neue US-Chefin Anderson, die zuvor bereits verschiedene Führungspositionen im Unternehmen innehatte, soll nun die operative Disziplin in den rund 14.000 US-Restaurants verbessern.
Quartalszahlen ĂĽbertreffen Gewinnerwartungen
Trotz der regionalen Schwäche im US-Markt lieferte McDonald’s auf Konzernebene solide Finanzkennzahlen für das zweite Quartal ab. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 3,38 US-Dollar über der Konsensschätzung von 3,32 US-Dollar. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent auf 7,10 Milliarden US-Dollar. Die weltweiten Systemumsätze kletterten um fünf Prozent auf insgesamt 37 Milliarden US-Dollar.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber bleibt das digitale Geschäft. Das Unternehmen verzeichnet mittlerweile 220 Millionen aktive Mitglieder in seinen Treueprogrammen, die einen jährlichen Systemumsatz von rund 40 Milliarden US-Dollar generieren. Parallel dazu treibt McDonald’s seine Expansion im Premium-Segment voran, wie etwa der aktuelle Start des „Brabo SmokeHouse“ Burgers in Brasilien zeigt. Für die Aktionäre bleibt die Dividendenpolitik stabil: Das Unternehmen schüttet eine Quartalsdividende von 1,86 US-Dollar pro Aktie aus, die am 16. September ausgezahlt wird.
Analysten und Investoren bleiben optimistisch
An der Börse wird die Aktie nach einem schwierigen Jahr weiterhin genau beobachtet. Mit einem Schlusskurs von 237,50 € am Freitag notiert das Papier seit Jahresbeginn rund 9,40 Prozent im Minus. Damit bleibt das Unternehmen deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 291,65 €, das im März erreicht wurde.
Dennoch signalisieren professionelle Marktteilnehmer Zuversicht bezüglich der langfristigen Aussichten. Die Analysten von Freedom Capital haben die Aktie jüngst auf „Strong-Buy“ hochgestuft und verweisen auf das solide Gewinnwachstum. Auch institutionelle Investoren nutzten die Kursrücksetzer der vergangenen Monate für Zukäufe. So erhöhte die Tschechische Nationalbank ihren Anteil an McDonald’s im zweiten Quartal um 4,3 Prozent, während Assenagon Asset Management seine Position sogar um über 60 Prozent ausbaute. Der Marktkonsens sieht das durchschnittliche Kursziel derzeit bei etwa 325 US-Dollar, was auf ein erhebliches Aufwärtspotenzial hindeutet, sofern die neue US-Führung die operativen Probleme im Heimatmarkt löst.
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