Meta Aktie: Gewinneinbruch nach Rekordumsatz
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr Umsatz, weniger Gewinn: Bei Meta klaffen die Kennzahlen fĂŒr das zweite Quartal 2026 auseinander wie selten zuvor. Die Aktie rutschte nachbörslich um bis zu neun Prozent ab. Der Grund liegt tief in der Kostenstruktur â und in einer Prognose, die unter den Erwartungen bleibt.
KrÀftig gestiegene Kosten fressen den Umsatzzuwachs auf
Meta steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar und ĂŒbertraf damit die AnalystenschĂ€tzung von rund 60,2 Milliarden Dollar knapp. Auf den ersten Blick wirkt das nach einem soliden Quartal.
Beim Gewinn drehte sich das Bild jedoch um: Der Nettogewinn sank deutlich auf 15,85 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie brach auf 6,18 Dollar ein â klar unter der KonsensschĂ€tzung von rund 7,20 Dollar.
Verantwortlich dafĂŒr sind krĂ€ftig gestiegene Kosten: Die Gesamtausgaben kletterten um 55 Prozent auf 42,03 Milliarden Dollar. Darin stecken 2,4 Milliarden Dollar fĂŒr Rechtsstreitigkeiten sowie 1,18 Milliarden Dollar Abfindungen aus dem im Mai gestarteten Stellenabbau.
Parallel dazu schmolz der freie Cashflow auf 784 Millionen Dollar zusammen, im Vorjahr waren es noch 8,55 Milliarden Dollar. Grund ist die anhaltende KI-Investitionsoffensive: Allein im zweiten Quartal steckte Meta 31,08 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Schwacher Ausblick verschÀrft die Lage
FĂŒr das dritte Quartal rechnet Meta mit Erlösen zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar â und damit unter der Wall-Street-Erwartung von rund 63,2 Milliarden Dollar. Das dĂŒrfte den Druck auf die Aktie zunĂ€chst hochhalten.
CFO Susan Li verengte zudem den Kapitalausgaben-Korridor fĂŒrs Gesamtjahr auf 130 bis 145 Milliarden Dollar, nach zuvor 125 bis 145 Milliarden Dollar. Das untere Ende der Spanne wurde damit angehoben, was die Sorgen vor einer schwer kalkulierbaren Investitionslast in der KI-Infrastruktur weiter nĂ€hrt.
Die Metaverse-Sparte Reality Labs bleibt derweil ein Verlustbringer, fiel aber besser aus als befĂŒrchtet: Der operative Verlust lag bei 4,62 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 431 Millionen Dollar, wĂ€hrend Analysten mit einem Fehlbetrag von 5,07 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Seit Ende 2020 hat die Sparte damit mehr als 80 Milliarden Dollar Verlust angehĂ€uft.
Die Nutzerzahlen entwickelten sich stabil: Die tĂ€glich aktiven Nutzer der Meta-Familie stiegen auf 3,60 Milliarden â knapp unter der SchĂ€tzung von 3,61 Milliarden.
Analysten bleiben gespalten
Trotz des Kursrutsches fÀllt das Analystenbild uneinheitlich aus:
- Evercore ISI bestÀtigt "Outperform" mit einem Kursziel von 930 Dollar.
- Goldman Sachs bleibt bei "Buy" mit einem Kursziel von 815 Dollar, erwartete aber selbst eine negative Marktreaktion.
- BMO Capital bleibt bei "Market Perform" mit einem Kursziel von 720 Dollar und verweist auf die aus seiner Sicht noch unklare Rendite der KI-Investitionen.
CEO Mark Zuckerberg betonte in der Telefonkonferenz, kĂŒnstliche Intelligenz beschleunige bereits das KerngeschĂ€ft und eröffne neue Chancen im GeschĂ€ft mit Unternehmenskunden.
BestĂ€tigt sich der obere Rand der Kapitalausgaben-Spanne von 145 Milliarden Dollar, wĂ€re das nahezu eine Verdopplung gegenĂŒber den gut 72 Milliarden Dollar, die Meta im Jahr 2025 investiert hatte.
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