Metalurgica Gerdau Aktie: Nordamerika trägt
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 21:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Stahlkonzern Gerdau liefert starke Quartalszahlen, und die Holding Metalúrgica Gerdau profitiert als Dividendenempfänger mit. Der Aktienkurs gab am Dienstag dennoch nach. Die Papiere der Holding verloren zuletzt rund 4 Prozent und notierten bei 9,95 Real.
Nordamerika treibt die Marge
Die operative Marge erreichte im dritten Quartal 20,2 Prozent. Das ist der beste Wert seit dem zweiten Quartal 2023. Das bereinigte EBITDA lag bei 3,8 Milliarden Real, der bereinigte Nettogewinn bei 1,5 Milliarden Real.
Den Ausschlag gibt Nordamerika. Die Region steuert 76 Prozent des EBITDA bei und erzielte eine Marge von 27,7 Prozent, den höchsten Wert seit vier Jahren. Rechenzentren, erneuerbare Energien und der Bau von Gewerbeimmobilien stützen die Nachfrage, die Auftragsbücher sind gut gefüllt.
Der freie Cashflow sprang auf 1,4 Milliarden Real. Im Vorquartal waren es nur 233 Millionen. Die Verschuldung sank auf das 0,58-Fache des EBITDA, und die Ratingagenturen Fitch und S&P hoben ihren Ausblick auf positiv.
Brasilien bleibt das Sorgenkind
Im Heimatmarkt bleibt die Lage schwierig. Billigimporte, Überkapazitäten und eine schwache Bauwirtschaft drücken auf die Preise. Die Marge in Brasilien lag bei nur 10,7 Prozent. Für das vierte Quartal erwartet das Management dort eine weitere Verengung der Marge, unter anderem wegen saisonal schwächerer Nachfrage und hoher Kohlepreise.
Konzernchef Gustavo Werneck kündigte deshalb einen eigenen Umbauplan für Brasilien an. Man könne nicht abwarten, bis sich äußere Bedingungen verbessern. Details sollen auf einem Investor Day am 4. Dezember folgen, es geht um Personal, Kapazitäten und Investitionen. Einen Spin-off des US-Geschäfts schloss das Management ausdrücklich aus.
Dividende und Projekte
Für die Holding relevant: Sie schüttet 0,16 Real je Aktie aus, insgesamt 212 Millionen Real, zahlbar am 15. Dezember. Zudem läuft ein Rückkaufprogramm, bei dem die Holding sämtliche erworbenen Aktien einziehen will.
Die Investitionen für 2026 dürften mit rund 4 Milliarden Real unter der ursprünglichen Spanne von 4,5 bis 4,7 Milliarden liegen. Das Management verweist auf strengere Projektauswahl, nicht auf Verzögerungen.
Große Projekte sollen ab dem Schlussquartal greifen. Die Eisenerzmine Miguel Burnier steht kurz vor dem Start, den Großteil des Nutzens erwartet das Unternehmen erst 2027. Ähnliches gilt für die Erweiterung des Stahlwerks Midlothian in Texas. Bis dahin drücken im vierten Quartal saisonal niedrigere Volumina und eine planmäßige Wartung in Midlothian auf die nordamerikanische Marge, die das Management dennoch stabil sieht.
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