Microsoft Aktie: 678 Milliarden Dollar Auftragsreserve
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 14:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat den Zweiflern eine klare Antwort gegeben. Nach dem starken Quartalsbericht legte die Aktie am Freitag um 3,03 Prozent zu und schloss bei 403,00 Euro. Binnen sieben Handelstagen summiert sich das auf ein Plus von gut 20 Prozent – für mich der bislang deutlichste Beweis, dass die milliardenschweren KI-Investitionen tatsächlich Ertrag bringen.
Vom Kostenfaktor zur Cash-Maschine
Monatelang fragten sich Investoren, ob sich die hohen Ausgaben für Rechenzentren und KI-Infrastruktur überhaupt rechnen. Die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal 2026 räumen diesen Zweifel weitgehend aus. Der Umsatz kletterte auf 90 Milliarden Dollar, Azure wuchs mit 43 Prozent so schnell wie lange nicht.
Dazu kommt der neue Maia-200-Chip. Der von TSMC gefertigte 3-Nanometer-Prozessor der zweiten Generation liefert 30 Prozent mehr Leistung bei gleichen Kosten. Er treibt unter anderem Microsoft 365 Copilot an, das inzwischen über 30 Millionen zahlende Nutzer zählt. Das Unternehmen optimiert damit gezielt die Marge seines gesamten KI-Stacks.
Noch aussagekräftiger ist ein anderer Wert: die Auftragsreserve, im Fachjargon „Remaining Performance Obligation". Sie liegt bei 678 Milliarden Dollar, ein Plus von 84 Prozent zum Vorjahr. Für mich ist das der eigentliche Beleg, dass die Wachstumsstory nicht nur auf einem starken Quartal beruht, sondern auf einer soliden Auftragsbasis für die kommenden Jahre.
Überhitzt, aber nicht gebrochen
So überzeugend die fundamentale Seite aussieht – technisch signalisiert die Aktie eine Verschnaufpause. Der 14-Tage-RSI steht bei 73,8 und damit klar im überkauften Bereich. Der Kurs liegt außerdem 16,26 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 346,64 Euro, eine Distanz, die erfahrungsgemäß kurzfristige Gewinnmitnahmen provoziert.
Wer nur auf die Jahresbilanz schaut, sieht trotzdem noch ein Minus: Microsoft notiert weiterhin 2,46 Prozent unter dem Jahresstart und über zwölf Monate sogar 13,79 Prozent im Minus. Seit dem 52-Wochen-Tief bei 307,10 Euro im Juni hat sich der Kurs jedoch um mehr als 31 Prozent erholt. Für mich beschreibt das die Lage präzise: Microsoft befindet sich in einer Erholungsphase, nicht in einem ungebremsten Höhenflug.
Was die kommende Woche entscheidet
Mehrere Termine dürften zeigen, ob die Rally trägt oder erst einmal pausiert:
- 4. August: AMD legt Quartalszahlen vor. Aussagen zur Nachfrage nach Unternehmens-GPUs wirken direkt auf die Bewertung von Microsofts Investitionsplänen zurück.
- 7. August: Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli gilt als das Hauptereignis der Woche. Davor liefern ISM-Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleistungen erste Signale zur Marktstimmung.
- 11. August: Frist für Anleger, sich als Hauptkläger einer Sammelklage zu melden. Sie bezieht sich auf angebliche Falschangaben zu Copilot-Konversionsraten und KI-Modellleistung zwischen Mai 2025 und Januar 2026. Solche Klagen sind bei Großkonzernen üblich, könnten aber kurzfristig für Schlagzeilen sorgen.
- Charttechnik: Entscheidend wird, ob sich der Kurs über der 400-Euro-Marke halten kann. Rutscht er darunter, droht ein Rücksetzer Richtung 200-Tage-Linie bei 371,94 Euro.
Mein Fazit: Qualität hat ihren Preis
Microsoft hat sich von anderen Schwergewichten der Technologiebranche abgesetzt, die zuletzt wegen schwacher Free-Cashflow-Entwicklung und vager Prognosen unter Druck gerieten. Hier stimmt das operative Bild.
Die annualisierte Volatilität von über 52 Prozent spricht dafür, dass die kommende Woche eher der Verdauung der jüngsten Kursgewinne dient als einer weiteren Rally. Unterm Strich bleibt für mich das Cloud-Geschäft das stärkste Argument, kurzfristige technische Rücksetzer auszuhalten – die fundamentale Story stimmt, auch wenn der Chart gerade eine Pause einlegt.
Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 2. August liefert die Antwort:
Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
