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Microsoft Aktie: 678 Milliarden Dollar gesicherte Aufträge

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft überzeugt mit Azure-Wachstum und Goldman-Aufnahme. Analysten sehen trotz überkauftem RSI weiteres Kurspotenzial von 14 Prozent.

Microsoft Aktie: Goldman Sachs Aufnahme und starke Azure-Zahlen beflügeln Kurs
Abstraktes, professionelles Bild eines modernen Rechenzentrums mit blauer Beleuchtung, das Stabilität und technisches Wachstum symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat sich in den vergangenen Wochen von einem verunsicherten Cloud-Riesen zu einem Liebling der Wall Street gewandelt. Die Aktie legte binnen sieben Handelstagen um 25,41 Prozent zu und schloss zuletzt bei 427,60 Euro. Auslöser sind robuste Quartalszahlen und ein prominenter Vertrauensbeweis von Goldman Sachs.

Goldman adelt Microsoft

Am 4. August 2026 nahm Goldman Sachs Microsoft in seine viel beachtete US Conviction List auf. Im Gegenzug strich die Bank Broadcom und ServiceNow aus der Liste. Die Botschaft ist klar: Institutionelle Analysten setzen zunehmend auf Hyperscaler, die ihre KI-Investitionen tatsächlich in Umsatz verwandeln.

Genau das gelingt Microsoft beim Cloud-Geschäft Azure. Der Jahresumsatz von Azure hat erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar überschritten, bei einer Wachstumsrate von 43 Prozent. Parallel dazu wächst die KI-Assistenzsoftware Copilot rasant: Die Zahl bezahlter Nutzer stieg von 20 Millionen im April auf inzwischen 30 Millionen.

Auftragsbestand als Vertrauensanker

Der stärkste Beleg für Microsofts Dynamik liegt jedoch nicht in den Quartalszahlen selbst, sondern im Auftragsbestand. Die sogenannten Remaining Performance Obligations, langfristig gesicherte Umsatzversprechen von Kunden, wuchsen um 84 Prozent auf 678 Milliarden Dollar. Das signalisiert: Die aktuelle Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten ist kein kurzfristiger Ausschlag, sondern ein struktureller Wandel im Ausgabeverhalten von Unternehmen.

Dieses Wachstum hat allerdings seinen Preis. Die Investitionsausgaben für das vierte Quartal kletterten auf 41 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gesamten Geschäftsjahr 2026 summierten sich die Ausgaben auf 115,95 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow schrumpfte dadurch leicht, doch der Markt honoriert offenbar die Investition in die KI-Führungsposition.

Charttechnik: Warnsignale trotz Rally

Der Kurssprung hat das technische Bild drastisch verändert. Der 14-Tage-RSI liegt bei 78,5 – ein Wert, der klassischerweise auf eine überkaufte Situation hindeutet. Dennoch bleibt die Aktie über das vergangene Jahr betrachtet im Minus, ein Beleg dafür, dass die Erholung zunächst verlorenes Terrain zurückerobert.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 488,47 Euro und impliziert weiteres Potenzial von 14,2 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag. Parallel dazu kursieren weiterhin Nachrichten über eine Sammelklage, die sich auf das langsamere Azure-Wachstum aus dem Januar 2026 bezieht. Die aktuellen Quartalsdaten deuten jedoch darauf hin, dass Microsoft seine früheren Kapazitätsengpässe erfolgreich überwunden hat.

Unterm Strich sprechen der wachsende Auftragsbestand und die beschleunigte Azure-Dynamik für eine länger anhaltende Expansionsphase. Kurzfristig könnte der überkaufte RSI von 78,5 dennoch für eine Verschnaufpause sorgen.

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