MiniMax Aktie: Umsatz vervierfacht, Erwartungen verfehlt
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 06:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vier Mal so viel Umsatz wie vor einem Jahr â und trotzdem enttĂ€uscht. MiniMax hat am Mittwoch seine Halbjahreszahlen vorgelegt, und die Reaktion der Anleger zeigt, wie unversöhnlich der Markt gerade mit chinesischen KI-Werten umgeht.
Die Erlöse kletterten im ersten Halbjahr um 283,1 Prozent auf 116,6 Millionen Dollar. Damit ĂŒbertraf das Unternehmen bereits nach sechs Monaten den kompletten Jahresumsatz von 79 Millionen Dollar aus 2025. Analysten hatten allerdings im Schnitt mit 144,5 Millionen Dollar gerechnet â die LĂŒcke zur KonsensschĂ€tzung dĂŒrfte den moderaten Kursanstieg von rund drei Prozent an der Hongkonger Börse erklĂ€ren.
UnternehmensgeschÀft treibt das Wachstum
Der eigentliche Wachstumstreiber liegt nicht bei den Endkunden-Apps, sondern im GeschĂ€ft mit Unternehmen und Entwicklern. Die Erlöse aus der Open Platform und weiteren KI-Diensten fĂŒr Firmenkunden schossen um 703,1 Prozent auf 73,9 Millionen Dollar nach oben.
Dieser Bereich macht inzwischen 63,4 Prozent der Gesamterlöse aus, im Vorjahr waren es erst 30,3 Prozent. CEO Yan Junjie verwies auf einen sprunghaften Anstieg des Token-Verbrauchs auf der Plattform, der bis Juli das Zwanzigfache des Januar-Niveaus erreicht habe.
Auch die ProfitabilitÀt bewegt sich in die richtige Richtung, wenn auch von niedrigem Niveau aus. Der Bruttogewinn stieg um 464,8 Prozent auf 20,8 Millionen Dollar, die Bruttomarge verbesserte sich von 12,1 auf 17,9 Prozent. Unter dem Strich bleibt MiniMax aber tief in den roten Zahlen: Der bereinigte Nettoverlust stieg von 138,7 auf 293 Millionen Dollar, vor allem wegen krÀftig gestiegener Forschungs- und Entwicklungsausgaben.
Wettbewerbsdruck aus dem eigenen Land
Der Konkurrenzkampf unter chinesischen KI-Anbietern verschĂ€rft sich weiter. Rivale Z.ai prĂ€sentierte parallel ein neues Modell, das nach eigenen Angaben komplett auf chinesischen Chips lĂ€uft, und legte an der Börse um ĂŒber acht Prozent zu.
Seit dem gemeinsamen Börsengang beider Unternehmen im Januar in Hongkong hat sich die Z.ai-Aktie mehr als verachtfacht, wĂ€hrend MiniMax nur rund 80 Prozent zulegte â ein deutliches Zeichen dafĂŒr, dass der Markt die beiden KI-Werte sehr unterschiedlich bewertet.
Immerhin verfĂŒgt MiniMax ĂŒber eine solide Kapitalbasis fĂŒr den weiteren Ausbau. Die liquiden Mittel lagen Ende Juni bei 1,32 Milliarden Dollar, nach 1,05 Milliarden Dollar zum Jahresende 2025. Im Juli sammelte das Unternehmen ĂŒber eine Aktienplatzierung und eine Wandelanleihe zusĂ€tzliches Kapital ein.
Mit dem im Juli vorgestellten Modell H3 und dem zuvor veröffentlichten M3 setzt MiniMax auf technologische Aufholjagd in einem Markt, in dem gĂŒnstige chinesische Anbieter wie DeepSeek und Moonshot AI die Preise drĂŒcken. Ob das Unternehmen sein Umsatzwachstum in absehbarer Zeit in schwarze Zahlen ĂŒbersetzen kann, hĂ€ngt maĂgeblich davon ab, wie schnell sich die Skaleneffekte aus dem Open-Platform-GeschĂ€ft in der Marge niederschlagen.
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