Moderna Aktie: FDA lässt Spikevax und mNEXSPIKE zu
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 09:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gestern erteilte die US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für die aktualisierten COVID-19-Impfstoffe von Moderna für die kommende Wintersaison. Parallel dazu schloss das Unternehmen die Platzierung einer Wandelanleihe ab, die aufgrund der hohen Nachfrage auf 2,6 Milliarden US-Dollar aufgestockt wurde.
Diese Nachrichten trafen auf einen Markt, der nach den jüngsten Erfolgen in der Onkologie-Pipeline zwischen operativem Optimismus und der Sorge vor einer Kapitalverwässerung schwankt.
Neues Impfstoff-Update erhält FDA-Zulassung
Die FDA gab am Freitag grünes Licht für die Vakzine Spikevax und mNEXSPIKE. Diese sind speziell auf die XFG-Variante des Virus ausgerichtet, die laut Medienberichten rund 40 Prozent der aktuellen Fälle in den USA ausmacht. Die Impfstoffe sind für Personen ab 65 Jahren sowie für jüngere Patienten mit spezifischen Risikofaktoren vorgesehen und sollen bereits in den kommenden Tagen in Apotheken und Kliniken verfügbar sein.
Die Bedeutung des Impfgeschäfts für die Grundlast des Unternehmens bleibt hoch. Einem Moderna-Sprecher zufolge verursachte COVID-19 im vergangenen Jahr allein in den USA bis zu 2,3 Millionen ambulante Besuche und 250.000 Krankenhausaufenthalte.
Die zeitnahe Verfügbarkeit der angepassten Präparate gilt als zentraler Baustein für die Umsatzplanung im laufenden Geschäftsjahr, auch wenn sich der Fokus der Anleger zuletzt verstärkt auf die Krebs-Therapien verlagert hat.
Wandelanleihe wegen hoher Nachfrage aufgestockt
Um die ambitionierte Forschungspipeline zu finanzieren, hat Moderna das Volumen einer Nullkupon-Wandelanleihe mit Fälligkeit im Jahr 2032 deutlich erhöht. Statt der ursprünglich geplanten 2,0 Milliarden US-Dollar wurden aufgrund der starken Nachfrage 2,6 Milliarden US-Dollar platziert.
Inklusive einer Mehrzuteilungsoption könnte das Volumen auf bis zu 3,0 Milliarden US-Dollar steigen. Der Nettoerlös soll für klinische Studien in der Onkologie, die Tilgung bestehender Schulden und allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.
Ein Teil der Mittel wird zudem für sogenannte Capped-Call-Transaktionen genutzt. Diese dienen dazu, eine mögliche Verwässerung der bestehenden Aktionäre bei einer späteren Umwandlung der Anleihen in Aktien zu begrenzen, solange der Kurs eine Schwelle von 150 Prozent über dem Ausgabepreis nicht überschreitet.
Dennoch reagierte die Aktie am Freitag mit einem Kursrückgang von 2,8 Prozent auf 119,06 Euro, da der Markt die zusätzliche Schuldenlast und das verbleibende Verwässerungsrisiko einpreiste.
Analysten-Zuspruch und Branchen-Kontrast
Trotz der kurzfristigen Kursreaktion bleibt das Vertrauen der Analysten stabil. Das Analysehaus Argus stufte das Papier gestern mit einem Kursziel von 180 US-Dollar auf „Buy“ hoch. Dies markierte die fünfte Heraufstufung durch Experten innerhalb von nur fünf Tagen.
Die Analysten verwiesen dabei insbesondere auf die Fortschritte bei dem Melanom-Impfstoff Intismeran, der vor gut einer Woche in einer Phase-3-Studie seinen primären Endpunkt erreicht hatte, sowie auf die vor rund zwei Wochen erfolgte Zulassung eines neuen Grippeimpfstoffs.
Während Moderna seine Marktposition festigt, musste der Wettbewerber BioNTech am Freitag einen Rückschlag vermelden und brach eine Phase-2-Studie für einen mRNA-Impfstoff gegen Darmkrebs ab. Diese Divergenz unterstreicht die spezifischen Fortschritte bei Moderna.
Mit einer Marktkapitalisierung von 49,08 Milliarden Euro notiert das Unternehmen trotz des jüngsten Rücksetzers noch immer 78 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, was die Dynamik der vergangenen Wochen verdeutlicht.
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