Moderna Aktie: Rally macht Pause
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach den wildesten Handelstagen ihrer jüngeren Geschichte kommt die Moderna-Aktie erst einmal zur Ruhe – wenn auch mit einem deutlichen Rücksetzer. An der NASDAQ gab das Papier zeitweise knapp 6 Prozent auf 149,49 US-Dollar nach, nachdem es zuvor binnen einer Woche zwischen Kurssprüngen von über 170 Prozent und Gewinnmitnahmen von mehr als 20 Prozent hin und her geschwankt war.
Auslöser der gesamten Bewegung: positive Topline-Daten der Phase-3-Studie INTerpath-001. Die individualisierte Krebsimpfung Intismeran Autogene erreichte in Kombination mit Mercks Keytruda bei Patienten mit operiertem Melanom sowohl den primären Endpunkt als auch einen wichtigen sekundären Endpunkt.
Nach Angaben von Moderna handelt es sich um die erste positive Phase-3-Studie überhaupt für eine individualisierte Neoantigen-Therapie und für eine mRNA-basierte Krebstherapie.
Analysten überarbeiten ihre Modelle
Der Studienerfolg löste eine Welle von Rating- und Kurszieländerungen aus. Bank of America hob die Einstufung von Underperform auf Hold an und erhöhte das Kursziel auf 170 US-Dollar. UBS-Analyst Michael Yee setzte sein Ziel von zuvor 50 auf 150 US-Dollar herauf, Barclays-Analystin Eliana Merle zog von 48 auf 125 US-Dollar nach.
Wolfe-Research-Analystin Alexandria Hammond gab ihr bislang negatives Votum auf und begründete den Schwenk mit dem seit der Studienmeldung erreichten Kursniveau – zugleich rechnet sie für Intismeran über vier mögliche Indikationen hinweg mit einem Spitzenumsatz von 9,2 Milliarden Dollar, ohne Risikoanpassung.
Der Konsens aus 16 Analystenhäusern bleibt trotz der Anhebungen bei Neutral, das mittlere Kursziel liegt bei 91,38 US-Dollar – deutlich unter dem aktuellen Kursniveau. Das große Spektrum zwischen einzelnen Zielen von 125 bis 170 US-Dollar und dem niedrigeren Konsensmittelwert zeigt: Ein Teil der Wall Street bewertet die langfristigen Erfolgsaussichten der Therapie noch deutlich vorsichtiger als der Markt sie aktuell einpreist.
Merck auf Rekordkurs, ESMO als nächste Etappe
Für Merck zahlte sich die Partnerschaft bereits sichtbar aus: Die Aktie erreichte mit über 156 US-Dollar ein Allzeithoch und war Spitzenreiter im Dow Jones. Das gemeinsame INTerpath-Entwicklungsprogramm umfasst nach Angaben beider Unternehmen neun Phase-2- und Phase-3-Studien über mehrere Tumorarten, darunter Lungen-, Blasen- und Nierenzellkarzinom.
Die detaillierten Studiendaten sollen im Oktober beim ESMO-Kongress vorgestellt werden, parallel suchen Moderna und Merck den Austausch mit der US-Arzneimittelbehörde FDA über eine mögliche Zulassung.
Als nächster relevanter Termin für Moderna gilt der 29. Oktober 2026, an dem das Unternehmen nach vorläufigem Kalenderstand Quartalszahlen vorlegen könnte. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die aktuelle Konsolidierung nur eine Verschnaufpause ist oder der Beginn einer nachhaltigeren Neubewertung.
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