Moderna Aktie: Rückschlag überschattet Zahlen
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eigentlich lief es besser als gedacht: Moderna übertraf mit dem Quartalsumsatz die Erwartungen der Analysten deutlich. Trotzdem brach die Aktie vorbörslich um 4,9 Prozent ein. Der Grund liegt tief im Pipeline-Portfolio des Biotech-Konzerns.
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Moderna einen Umsatz von 145 Millionen Dollar, ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der GAAP-Nettoverlust verringerte sich auf 782 Millionen Dollar beziehungsweise 1,97 Dollar je Aktie, nach einem Verlust von 825 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Damit lag der Umsatz klar über der Analystenspanne von rund 103 bis 127 Millionen Dollar, während der Verlust je Aktie den Prognosen entsprach.
Norovirus-Kandidat verfehlt Ziel
Der eigentliche Dämpfer kam aus der Pipeline: Der Impfstoffkandidat mRNA-1403 gegen Noroviren erreichte bei der Zwischenanalyse der Phase-3-Studie die Kriterien für einen frühen Erfolg nicht. Moderna bereitet nun die Aufnahme einer zusätzlichen Kohorte vor — ein Programm, das Investoren bislang als vielversprechenden Wachstumstreiber eingestuft hatten, rückt damit in weitere Ferne.
Hinzu kommt finanzieller Druck aus einem laufenden Rechtsstreit. Das Unternehmen verbuchte eine Belastung von 0,9 Milliarden Dollar auf die Herstellungskosten für 2026 und leistete im Juli eine Barzahlung von 950 Millionen Dollar. Die Bilanzsumme sank dadurch von 12,34 Milliarden Dollar zum Jahresende 2025 auf 10,96 Milliarden Dollar. JPMorgan hatte im Vorfeld der Zahlen bereits vor der angespannten Finanzlage gewarnt und die Aktie mit "Sell" eingestuft.
Blick auf mFLUSIVA und Kassenlage
Etwas Entlastung liefert der Ausblick: Moderna verbesserte die Prognose für die operativen Aufwendungen 2026 um rund 0,2 Milliarden Dollar und hob die erwartete Jahresend-Kassenposition auf 4,7 bis 5,2 Milliarden Dollar an. Die liquiden Mittel lagen zum Ende des zweiten Quartals bei 6,9 Milliarden Dollar, nach 7,5 Milliarden Dollar drei Monate zuvor. Am Wachstumsziel von bis zu 10 Prozent Umsatzplus gegenüber 2025 hält der Vorstand fest.
Für den 5. August steht zudem die FDA-Entscheidung zum Grippeimpfstoffkandidaten mFLUSIVA an, der bei positivem Bescheid Modernas fünftes zugelassenes Produkt wäre. Ein einstimmiges Votum des zuständigen FDA-Beratungsausschusses ging der Entscheidung bereits voraus. Ob dieser potenzielle Zulassungserfolg reicht, um den Dämpfer aus dem Norovirus-Programm auszugleichen, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen.
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