Moderna Aktie: Wettlauf gegen Ebola
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 17:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Ausbruch mit mehr als 3.000 bestätigten Fällen und über 1.400 Todesopfern in der Demokratischen Republik Kongo hat einen der größten Filovirus-Ausbrüche der Geschichte ausgelöst. Moderna hat nun einen ersten Schritt gemacht, um darauf zu reagieren: In Kanada wurden die ersten Teilnehmer einer klinischen Phase-1-Studie mit dem Impfstoffkandidaten mRNA-1469 geimpft.
Der Kandidat richtet sich gegen das Bundibugyo-Ebolavirus, kurz BDBV — eine Virusvariante, für die bislang kein zugelassener Impfstoff existiert. Zwar gibt es bereits Vakzine gegen das Zaire-Ebolavirus, gegen BDBV fehlte bislang jedes zugelassene Präparat. Die Weltgesundheitsorganisation hat den Ausbruch als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite eingestuft, die Afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hat parallel eine kontinentale Sicherheitsnotlage ausgerufen.
Tempo als Strategie
Health Canada hat die Studie genehmigt, durchgeführt wird sie an drei Standorten mit rund 80 gesunden erwachsenen Teilnehmern. Geprüft werden Sicherheit, Verträglichkeit und Immunantwort des mRNA-Kandidaten. Möglich wird das Tempo durch eine erweiterte Kooperation mit der Impfstoff-Allianz CEPI, die bis zu 50 Millionen Dollar für vorklinische Tests und die Phase-1-Studie bereitstellt.
Die Partnerschaft soll zugleich die Skalierung der Produktion parallel zur frühen klinischen Entwicklung ermöglichen — mit dem Ziel, bei positiven Phase-1-Daten rasch in größere Phase-2- und Phase-3-Studien überzugehen. Sollte der Impfstoff letztlich zugelassen werden, hat sich Moderna verpflichtet, mindestens 500.000 Dosen zu vergünstigten Preisen für einkommensschwache und mittlere Länder bereitzustellen.
Die aktuelle Studie ist nicht der einzige Vorstoß gegen den Ausbruch. Auch ein Impfstoffkandidat aus einer Kooperation zwischen Oxford und dem Serum Institut in Indien befindet sich bereits in klinischer Prüfung, hinzu kommen erste Medikamentenstudien mit derzeit 50 eingeschriebenen Patienten an drei Behandlungszentren in der Demokratischen Republik Kongo.
Bis ein möglicher Impfstoff tatsächlich breit verfügbar wäre, dürften nach Einschätzung der WHO noch Monate vergehen — selbst wenn sich die getesteten Kandidaten als wirksam erweisen. Für Moderna bleibt die Ebola-Pipeline zunächst ein Baustein neben den etablierten Geschäftsfeldern, mit Blick auf den fortschreitenden Ausbruch aber ein Projekt mit hoher gesundheitspolitischer Priorität.
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