Moncler Aktie: Deutsche Bank senkt Kursziel auf 57 Euro
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gestern verzeichnete die Aktie von Moncler einen Rückgang von 2,9 % und ging bei 49,26 Euro aus dem Handel. Auslöser für die negative Stimmung war unter anderem eine aktuelle Analyse der Deutschen Bank.
Die Experten senkten am gestrigen Mittwoch ihr Kursziel für den italienischen Luxusgüterhersteller von 58,00 Euro auf 57,00 Euro. Als Begründung nannten sie fehlende Impulse für den Sektor nach der jüngsten Berichtssaison sowie strukturelle Unsicherheiten in der chinesischen Nachfrage.
Deutliche Verlangsamung im zweiten Quartal
Hinter der aktuellen Kursschwäche stehen operative Entwicklungen, die das Management bereits Ende Juli offenlegte. Zwar steigerte die Moncler-Gruppe ihren konsolidierten Umsatz im ersten Halbjahr 2026 währungsbereinigt um 9 % auf rund 1.289,9 Millionen Euro.
Doch der Blick auf das zweite Quartal offenbart einen spürbaren Dynamikverlust. Während das Unternehmen im ersten Quartal noch ein Plus von 13 % verbucht hatte, kühlte sich das Umsatzwachstum im Zeitraum von April bis Juni auf 5 % ab.
Das operative Ergebnis (EBIT) belief sich für die ersten sechs Monate auf 245,4 Millionen Euro. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 19,0 %. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 164,7 Millionen Euro.
Innerhalb der Gruppe entwickelten sich die Marken unterschiedlich stark. Die Kernmarke Moncler steuerte 1.089,6 Millionen Euro zum Umsatz bei, was einem währungsbereinigten Zuwachs von 9 % entspricht. Die Tochtermarke Stone Island legte um 11 % auf 200,3 Millionen Euro zu.
Herausforderndes Umfeld in der EMEA-Region
Besonders die Entwicklung in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) bereitet Sorgen. Im zweiten Quartal sank der Umsatz der Marke Moncler in diesem Marktsegment um 8 %.
Das Management führt diese Entwicklung auf geringere Touristenströme und eine schwache Performance im Online-Handel zurück. Diese regionalen Schwierigkeiten decken sich mit der Einschätzung der Deutschen Bank, wonach vor allem die kaufkräftige Mittelschicht ihre Ausgaben für Luxusgüter derzeit überdenkt.
Die Aktie spiegelt diese Unsicherheiten wider und weist seit Jahresbeginn ein Minus von 11 % auf. Damit notiert das Papier deutlich unter den Höchstständen des Frühjahrs, was die Skepsis der Anleger hinsichtlich der kurzfristigen Erholungsperspektiven unterstreicht. Analysten verweisen zudem auf den erhöhten Druck auf "aspirational consumers", die aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit bei Luxuskäufen zurückhaltender agieren.
Strategischer Fokus auf Diversifizierung und Personalwechsel
Um die Abhängigkeit vom Kerngeschäft mit Winterbekleidung zu verringern, setzt Moncler verstärkt auf den Ausbau anderer Produktkategorien. Am Montag brachte das Unternehmen mit dem "CityTrek" einen neuen Sneaker auf den Markt.
Das Modell kombiniert technische Materialien wie Vibram-Außensohlen und Cordura-Gewebe mit einer klassischen Trailrunner-Optik. Dieser Schritt ist Teil einer langfristigen Strategie, die Präsenz im Bereich der technischen Funktionsschuhe auszuweiten.
Parallel zur Produktstrategie ordnet Moncler seine Führungsebene neu. Am 5. August bestätigte das Board of Directors die Ernennung von Sidney Toledano zum neuen Direktor. Toledano, der als Sonderberater des LVMH-Vorsitzenden tätig ist, folgt auf Alexandre Arnault und Geoffroy van Raemdonck, die ihre Ämter im Verwaltungsrat niedergelegt haben.
Zeitgleich versucht Stone Island, durch neue kreative Projekte wie die Kampagne "The Calm and the Chaos" die Markenidentität zu schärfen und engere Bindungen zu spezifischen Kulturszenen aufzubauen.
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