Monte, Paschi

Monte dei Paschi: 5%-Sondersteuer auf Bankgewinne

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 07:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Während Italiens Regierung eine Sonderabgabe für Großbanken prüft, wird MPS-Chef Lovaglio in Siena geehrt. Die Aktie bleibt nahe ihrem Rekordhoch.

MPS-Chef Lovaglio erhält Auszeichnung trotz geplanter Banken-Sondersteuer
Moderne Bankfassade bei Dämmerung als Symbol für den Finanzsektor und steuerliche Rahmenbedingungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Inmitten einer hitzigen politischen Diskussion über eine neue Sondersteuer für den italienischen Bankensektor steht der Chef der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS), Luigi Lovaglio, vor einer bedeutenden persönlichen Auszeichnung.

Während das Institut operativ von der Markterholung profitiert, sorgen Pläne der Regierung in Rom für Unruhe in der Branche. Die Aktie des traditionsreichen Geldhauses zeigt sich davon unbeeindruckt und notiert weiterhin nahe ihrem Jahreshöchststand.

Diskussion um Sonderabgabe für Top-Banken

Die italienische Regierung prüft derzeit die Einführung einer neuen Sonderabgabe, die insbesondere die größten Institute des Landes treffen würde. Medienberichten zufolge sieht der Vorschlag eine Steuer in Höhe von 5 Prozent auf die Gewinne der zehn führenden Banken vor. Ziel der Maßnahme ist ein geschätztes jährliches Steueraufkommen von etwa 1,5 Milliarden Euro über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die Branche reagiert mit deutlicher Kritik auf diese Pläne. Antonio Patuelli, Präsident des Bankenverbandes ABI, wies darauf hin, dass die steuerliche Belastung des Sektors bereits heute bei über 50 Prozent liege.

In den vergangenen drei Jahren habe die Branche bereits rund 10,2 Milliarden Euro an den Staat abgeführt. Analysten von Barclays schätzen die potenziellen Gewinne der großen italienischen Banken für das Jahr 2026 auf insgesamt rund 30 Milliarden Euro, wovon die geplante Abgabe einen spürbaren Teil beanspruchen würde.

Auszeichnung für CEO Luigi Lovaglio in Siena

Abseits der steuerpolitischen Debatte steht für den CEO der Banca Monte dei Paschi di Siena ein feierliches Ereignis an. Wie Siena News berichtet, wird Luigi Lovaglio an diesem Samstag im Teatro dei Rinnovati mit dem „Premio Mangia“ geehrt. Die Verleihung dieser renommierten Auszeichnung findet im Rahmen einer feierlichen Zeremonie statt, die am späten Vormittag beginnt.

Lovaglio wird für seine Verdienste um das Institut geehrt, das in den vergangenen Jahren eine tiefgreifende Restrukturierung durchlaufen hat. Neben dem Bankchef werden weitere Persönlichkeiten der Stadt mit Medaillen gewürdigt.

Die Veranstaltung unterstreicht die tiefe Verwurzelung der ältesten Bank der Welt in ihrer Heimatstadt Siena und findet vor dem Hintergrund einer stabilisierten Ertragslage statt, die den Kurs der Bank zuletzt beflügelt hat.

Marktstabilität und Analysteneinschätzungen

An der Börse spiegeln sich die Fortschritte des Instituts in einer robusten Kursentwicklung wider. Die Aktie schloss gestern am Mittwoch bei 12,00 Euro und behauptete damit ihr hohes Niveau. Damit notiert das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 12,12 Euro, das am Freitag vergangener Woche markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits um 31 Prozent an Wert gewonnen.

Die Stimmung unter den Experten bleibt trotz der regulatorischen Unsicherheiten positiv. Medienberichten zufolge raten derzeit acht Analystenhäuser zum Kauf der Aktie, während vier Experten die Einstufung „Halten“ vergeben.

Ein Verkauf des Wertpapiers wird momentan von keinem der beobachteten Analysten empfohlen. Das durchschnittliche Kursziel liegt dabei jedoch noch unter dem aktuellen Marktniveau, was die dynamische Rallye der vergangenen Monate verdeutlicht.

Anleger richten ihr Augenmerk nun verstärkt auf die politische Entwicklung in Rom und die Auswirkungen der geplanten Steuer auf die künftige Dividendenfähigkeit der Bank.

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