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Monte dei Paschi: Tauschangebote für BPM und Generali hinterlegt

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 20:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

MPS reicht eigene Tauschangebote ein, während Intesa Sanpaolo eine Kapitalerhöhung für die geplante Übernahme des Instituts genehmigt.

MPS und Intesa Sanpaolo treiben Italiens Bankenübernahme voran
Abstrakte Darstellung eines modernen Finanzbüros bei Dämmerung, die strategische Investitionen und Marktaktivität symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

In der italienischen Bankenlandschaft verschärft sich das Ringen um die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS). Während das Institut seine eigene Expansionsstrategie durch die Hinterlegung offizieller Angebotsunterlagen bei der Börsenaufsicht Consob untermauert, treibt der Konkurrent Intesa Sanpaolo die geplante Übernahme mit hohem Tempo voran.

Die Aktionäre von Intesa machten am gestrigen Donnerstag den Weg für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung frei, um die Offerte für MPS zu finanzieren.

Monte dei Paschi hinterlegt Tauschangebote

Das Traditionshaus aus Siena hat einen entscheidenden formalen Schritt unternommen, um seine Unabhängigkeit durch eigene Zukäufe zu sichern. Wie italienische Medien unter Berufung auf das Unternehmen berichten, wurden die Dokumente für die geplanten Tauschangebote auf die Banco BPM und die Banca Generali bei der Aufsichtsbehörde Consob eingereicht. Demnach bietet MPS den Aktionären der Banco BPM 1,567 neue eigene Aktien für jedes Papier ihres Instituts an.

Für die Anteilseigner der Banca Generali sieht der Plan ein Tauschverhältnis von 6,958 MPS-Aktien pro gehaltener Aktie vor. Eine entscheidende Hürde für dieses Vorhaben ist die für den 29. Oktober geplante außerordentliche Hauptversammlung der Banca Monte dei Paschi di Siena.

Dort benötigt Vorstandschef Luigi Lovaglio eine Zweidrittelmehrheit der Stimmen, um die für die Transaktionen erforderliche Kapitalerhöhung durchzusetzen. Rund 60 Prozent des Kapitals befinden sich derzeit in den Händen institutioneller Investoren wie Blackrock und Vanguard.

Intesa-Aktionäre billigen Milliarden-Kapitalerhöhung

Zeitgleich festigt Intesa Sanpaolo seine Position als potenzieller Käufer. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten die Aktionäre gestern mit einer Mehrheit von knapp 97 Prozent für die Ausgabe von bis zu 5,7 Milliarden neuen Stammaktien. Diese sollen dazu dienen, das bereits im Juni angekündigte Übernahmeangebot für MPS zu unterlegen.

Laut Intesa-CEO Carlo Messina ist dieser Schritt fundamental, um bis zum Jahr 2029 einen Konzern mit über 27 Millionen Kunden und einem Nettogewinn von mehr als 16 Milliarden Euro zu formen.

Die Offerte von Intesa sieht vor, dass MPS-Aktionäre für jeweils zehn eigene Papiere 16 Aktien von Intesa Sanpaolo sowie eine Barzahlung von 1 Euro pro Aktie erhalten. Trotz des Widerstands aus Siena und Beschwerden lokaler Gruppen beim Kartellamt über eine mögliche Einschränkung des Wettbewerbs signalisierten die Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis bereits Unterstützung für den Plan.

Die Aktie der Banca Monte dei Paschi di Siena reagiert heute mit einem Plus von 2,5 Prozent und notiert bei 11,98 Euro. Damit rückt das Papier wieder näher an sein 52-Wochen-Hoch von 12,08 Euro heran.

Politische Neutralität und juristische Altlasten

Flankiert wird das Geschehen von Äußerungen aus der Politik und juristischen Auseinandersetzungen. Premierministerin Giorgia Meloni betonte laut Bloomberg, dass die italienische Regierung bei den aktuellen Bankendeals keine aktive Rolle spiele. Der Staat hält derzeit noch einen Anteil von 4,9 Prozent an dem Institut aus Siena.

Parallel dazu bereiten alte Rechtsstreitigkeiten der Bank zusätzliche Kostenrisiken. Mehrere Hedgefonds, darunter Attestor Capital, fordern im Rahmen einer Klage in Mailand Zinszahlungen in Höhe von rund 170 Millionen Euro.

Hintergrund ist die Ausbuchung von nachrangigen Anleihen während der staatlichen Rettung der Bank im Jahr 2017. Ungeachtet dieser Belastungen zeigt sich die Marktbewertung von MPS stabil, die Marktkapitalisierung des Instituts beläuft sich aktuell auf 35,39 Milliarden Euro.

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