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Moody's Aktie: Chefökonom warnt Fed

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 12:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mark Zandi sieht in einer Zinserhöhung ein Risiko für Beschäftigung und Wachstum. Zugleich baut Moody's sein Ratinggeschäft auf den Philippinen aus.

Makroaufnahme von geprägtem Papier mit Siegelwachs und Tinte
Makroaufnahme geprägten Papiers und Siegelwachses veranschaulicht Dokumentenprüfung bei Moody's Corporation, ISIN US6153691059, im Detail Illustration mit AI erstellt.

Moody's Analytics-Chefvolkswirt Mark Zandi hat sich mit einer deutlichen Warnung an die US-Notenbank zu Wort gemeldet — mitten in der wichtigsten Zinswoche des Jahres. Für die Aktie selbst bringt das keine unmittelbare Kursbewegung, doch die Wortmeldung zeigt, welches Gewicht die Einschätzungen des Moody's-Ökonomen an den Märkten inzwischen haben.

Zandi sieht Risiko eines Fed-Fehlgriffs

Die Fed tagt an diesem Dienstag und Mittwoch, eine Zinserhöhung gilt an den Märkten inzwischen als nahezu ausgemacht. Vor rund zehn Tagen lag die eingepreiste Wahrscheinlichkeit dafür noch bei etwa 50 Prozent, mittlerweile bei rund 92 Prozent. Gestiegene Ölpreise, neue Spannungen im Nahen Osten und ein überraschend starker Verbraucherpreisbericht haben die Erwartungen gedreht.

Zandi hält genau diesen Schritt für riskant. Die Wirtschaft wachse bereits nahe ihrem Potenzial und die Arbeitslosigkeit liege nur leicht über vier Prozent — ein Umfeld, in dem eine zu forsche Straffung nach seiner Einschätzung schnell in Entlassungen und eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale münden könnte.

Die Inflation von über drei Prozent führt er größtenteils auf Energiepreise und Zölle zurück, also auf Angebotsschocks, die sich seiner Ansicht nach nicht mit Zinserhöhungen beheben lassen. Sein Fazit: Die Fed müsse sich nicht zwischen Wachstumsbremse und Inflationsbekämpfung entscheiden — sie könne auch abwarten.

Expansion auf den Philippinen

Abseits der Zinsdebatte treibt Moody's sein internationales Ratinggeschäft voran. Das Unternehmen hat sich eine Minderheitsbeteiligung an der Philippine Rating Services Corporation (PhilRatings) gesichert, einer führenden inländischen Ratingagentur mit Sitz in Manila. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht offengelegt.

PhilRatings bleibt nach der Investition organisatorisch unabhängig, mit eigenem Management und eigenen Ratingprozessen. Für Moody's ist der Schritt strategisch bedeutsam: Das Unternehmen ist damit die erste globale Ratingagentur, die in eine heimische Ratingagentur auf den Philippinen investiert.

Der philippinische Markt gilt als attraktiv — Beobachter verweisen auf geplante Infrastrukturinvestitionen von mehr als 100 Milliarden Dollar in den kommenden drei Jahren sowie auf ein Volumen inländischer Unternehmensanleihen in der ASEAN-Region, das grenzüberschreitende Bestände um mehr als das Doppelte übersteigt.

Die Fed-Entscheidung fällt am Mittwoch um 20 Uhr MEZ, eine Pressekonferenz folgt eine halbe Stunde später. Für Moody's dürfte vor allem interessant werden, wie sich Zandis öffentlich geäußerte Skepsis zur tatsächlichen Entscheidung verhält — unabhängig vom Ausgang bleibt die Philippinen-Beteiligung ein Baustein im Ausbau des Auslandsgeschäfts der Ratingsparte.

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