Mutares, Aktie

Mutares Aktie: Adjusted EBITDA springt auf 67 Millionen

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 06:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mutares steigert Halbjahresumsatz auf 3,4 Mrd. Euro, dreht EBITDA in die Gewinnzone und schließt die milliardenschwere SABIC-Übernahme ab.

Mutares Halbjahreszahlen 2026: Umsatzplus und Milliarden-Übernahme von SABIC
Abstrakte Darstellung von wirtschaftlichem Wachstum und finanzieller Stärke durch reflektierendes Licht auf Metall. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mutares hat mit der Vorlage der Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 gleich mehrere Baustellen auf einmal abgeräumt. Der Konzernumsatz kletterte um 9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, das Adjusted EBITDA drehte von minus 89 Millionen Euro im Vorjahr auf plus 67 Millionen Euro.

Wenige Tage später bestätigte das Unternehmen zudem, sämtliche Anleihe-Covenants zum Stichtag 30. Juni eingehalten zu haben – eine Nachricht, die gerade nach der intensiven Übernahmephase der vergangenen Monate Anleger beruhigen dürfte.

Größte Übernahme der Firmengeschichte abgeschlossen

Parallel zu den Halbjahreszahlen meldete Mutares den Abschluss der Übernahme des Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics von SABIC für einen Unternehmenswert von 450 Millionen US-Dollar. Es ist die größte Akquisition der Firmengeschichte und bildet zugleich die Basis für das neu geschaffene Segment „Chemicals & Materials“.

Ergänzend dazu vollzog Mutares den Kauf des Car-Top-Systems-Geschäfts von Magna, ein Zulieferer mit 75 Millionen Euro Umsatz, der künftig eigenständig im Segment Automotive & Mobility geführt wird.

Die Beteiligungsgesellschaft nutzte das Momentum auch zur Neuordnung ihrer Struktur: „Engineering & Technology“ heißt künftig „Energy & Technology“, aus „Infrastructure & Special Industry“ wird „Infrastructure & Defense“. Die Umbenennungen spiegeln die veränderte Portfoliozusammensetzung nach den jüngsten Zukäufen wider.

Dass Mutares neben dem Zukauf-Tempo auch die Kapitaldisziplin im Blick behält, zeigt der vollständige Exit bei der Terranor Group. Nach dem Börsengang 2025 verkaufte Mutares die verbliebenen Aktien und erzielte über die gesamte Haltedauer Gesamterlöse von rund 50 Millionen Euro. Solche Exits sind für das Geschäftsmodell zentral, weil sie Kapital für neue Übernahmen freisetzen und den Turnaround-Ansatz des Unternehmens belegen.

Prognose bestätigt, EBITDA-Rückgang transaktionsbedingt

Trotz der operativen Verbesserung sank das berichtete EBITDA auf 349 Millionen Euro nach 598 Millionen Euro im Vorjahr – ein Effekt, der laut Unternehmensangaben transaktionsbedingt ist und damit vor allem Buchungseffekte aus den zahlreichen Deals widerspiegelt.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Mutares seine Prognose unverändert: Der Holding-Jahresüberschuss soll zwischen 165 und 200 Millionen Euro liegen, der Konzernumsatz im Korridor von 7,9 bis 9,1 Milliarden Euro. Am 18. August steht ein Earnings Call für Investoren und Presse an, bei dem das Management die Zahlen weiter einordnen dürfte.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse zeigte sich die Aktie von den Nachrichten zuletzt wenig beeindruckt. Zum Wochenschluss notierte Mutares bei 27,05 Euro, ein Plus von 0,6 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von 9,8 Prozent zu Buche, und vom 52-Wochen-Hoch bei 35,15 Euro trennen die Aktie noch 23 Prozent.

Der jüngste Rücksetzer relativiert sich allerdings, wenn man den Abstand zum 52-Wochen-Tief betrachtet: Mit 16 Prozent darüber hat sich das Papier von seinem Jahrestief bereits spürbar erholt.

Aus dem Analystenlager kamen zuletzt unterschiedliche Signale. Sphene Capital bestätigte am 5. August die Einschätzung „Buy“ und passte das Kursziel geringfügig auf 49,30 Euro an, während Jefferies am selben Tag die Aktie mit „Kaufen“ und einem deutlich niedrigeren Kursziel von 27,00 Euro einstufte. Die Spanne zeigt, wie unterschiedlich der Markt die Integrationsrisiken der jüngsten Großübernahmen und die operative Wende derzeit bewertet.

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