NASDAQ, Stellenabbau

NASDAQ 100: 23.000 Stellenabbau befeuert Tech-Rallye

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Überraschender Stellenabbau im Juli nährt Zinssenkungshoffnungen und treibt NASDAQ 100 auf 29.722 Punkte. Anleger fokussieren sich nun auf die anstehenden Inflationszahlen.

US-Börsen im Aufwind: Schwache Arbeitsmarktdaten beflügeln Tech-Werte
Moderner Wolkenkratzer im Finanzviertel vor einer goldenen Skyline mit angedeuteten, steigenden Börsenkursen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Börsen haben die Handelswoche mit deutlichen Gewinnen beendet, wobei insbesondere Technologiewerte im NASDAQ 100 von einer unerwarteten Abkühlung am Arbeitsmarkt profitierten. Ein überraschender Stellenabbau im Juli dämpfte die Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve und löste eine breite Markterholung aus.

Arbeitsmarktbericht verfehlt Erwartungen deutlich

Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums bauten Arbeitgeber im Juli überraschend 23.000 Stellen ab, während Ökonomen im Vorfeld einen Zuwachs von rund 80.000 neuen Arbeitsplätzen prognostiziert hatten. Es handelt sich um den ersten monatlichen Rückgang der Beschäftigtenzahlen seit Februar. Erschwerend kamen deutliche Abwärtsrevisionen für die Monate Mai und Juni hinzu, die zusammen 103.000 Stellen niedriger ausfielen als ursprünglich gemeldet.

Die Sektorenanalyse zeigt ein differenziertes Bild: Während das Gesundheitswesen 22.000 neue Stellen schuf, verzeichneten lokale Bildungsbehörden einen Rückgang um 50.000 Arbeitsplätze. Auch im Einzelhandel (-19.000) und im Finanzsektor (-14.000) fielen Stellen weg. Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht auf 4,1 %, doch laut Medienberichten ist dieser Rückgang primär darauf zurückzuführen, dass etwa 264.000 Personen aus der Erwerbsbevölkerung ausschieden. Die Partizipationsrate fiel auf 61,4 %, den niedrigsten Stand seit Februar 2021. Das Lohnwachstum blieb mit einem Plus von 3,2 % im Jahresvergleich hinter den Erwartungen von 3,5 % zurück.

Zinshoffnungen befeuern die Tech-Rallye

Die schwachen Wirtschaftsdaten werteten Investoren als Signal für eine weniger restriktive Geldpolitik. Laut dem CME FedWatch-Tool sank die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September auf etwa 43 %, während die Erwartungen für eine Zinspause stiegen. Innerhalb der Federal Reserve scheint die Uneinigkeit jedoch zuzunehmen. Berichten zufolge gab es bei der letzten Sitzung drei Gegenstimmen von Mitgliedern wie Logan, Hammack und Kashkari, die eine moderate Erhöhung bevorzugten.

Der NASDAQ 100 schloss am Freitag bei 29.722,30 Punkten. Durch die starke Kursreaktion zum Wochenschluss verbuchte der Index auf Sicht von sieben Tagen ein Plus von 5,72 %. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs damit auf 17,71 %. Parallel zum Aktienmarkt reagierten die Anleihemärkte: Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen sank auf rund 4,64 %, während die 2-jährige Rendite mit 4,20 % den schwächsten Stand seit Mitte Juli erreichte.

Einzelwerte und Ausblick

Im Fahrwasser der allgemeinen Marktstimmung legten Schwergewichte wie Nvidia (+2,27 %) und Tesla (+2,83 %) zu. Besonders deutlich stiegen die Papiere von Airbnb mit einem Plus von 17,4 %. Auch Palantir lieferte positive Impulse, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal ein Umsatzwachstum von 93 % auf 1,94 Milliarden Dollar meldete, getrieben durch ein starkes US-Geschäft.

Analysten richten ihren Fokus nun auf die kommenden Inflationsdaten. Der Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli wird am Mittwoch veröffentlicht. Die Analysten der Bank of America rechnen trotz der jüngsten Arbeitsmarktdaten mit einer möglichen Erhöhung um 75 Basispunkte ab September, sofern die Inflation hartnäckig bleibt. Die Experten von UBS beobachten unterdessen eine Flucht in sichere Häfen; sie erwarten, dass der Goldpreis, der in der vergangenen Woche bereits um über 7 % zulegte, im nächsten Jahr bis auf 5.000 Dollar pro Unze steigen könnte. In der kommenden Woche werden zudem Quartalszahlen von Unternehmen wie Applied Materials und Cisco Systems erwartet, die weitere Einblicke in die Verfassung des Technologiesektors geben dürften.

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