NASDAQ, Angst

NASDAQ 100: Angst nach dem Rekordverlust

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 03:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Nasdaq 100 verzeichnete den grĂ¶ĂŸten TagesrĂŒckgang seit MĂ€rz 2020; Halbleiteraktien gaben mehr als zwölf Prozent nach.
Ein gestresster FinanzhÀndler sitzt frustriert an seinem Schreibtisch vor einem leeren Arbeitsplatz. Illustration mit AI erstellt.

Der Nasdaq 100 hat am Donnerstag seinen grĂ¶ĂŸten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im MĂ€rz 2020 erlitten. Er brach um 6,4 Prozent ein, und das nur einen Tag nach der krĂ€ftigen Erholungsrallye im Anschluss an die US-Zwischenwahlen. Selbst erfahrene Börsenprofis wurden auf dem falschen Fuß erwischt.

Chipwerte unter besonderem Druck

Besonders hart traf es die Halbleiterbranche. Der Branchenindex SOX verlor mehr als 12 Prozent. Der Ausverkauf blieb nicht auf die USA beschrÀnkt: Tiefrote Vorgaben aus New York und Asien belasteten zum Wochenschluss auch den als defensiv geltenden Schweizer Markt. Der SMI startete mit deutlichen Abgaben in den Freitag.

Marktbeobachter sehen die fundamentale Ursache in den enormen KI-Investitionen, denen bislang keine klar erkennbare Monetarisierung gegenĂŒbersteht. Der Verlust an Marktkapitalisierung summiert sich auf rund drei Billionen Dollar. Als Auslöser des Kurssturzes gerade am Donnerstag gelten NotverkĂ€ufe von Hedgefonds, die in Schieflage geraten sein sollen.

AuffÀllig ist das Umfeld: Der S&P 500 liegt nur etwa 6 Prozent unter seinem Allzeithoch. Der Crash traf den Markt also nicht in einer SchwÀchephase, sondern nach einer Phase der Zuversicht.

Boden oder nur Atempause?

Die EinschĂ€tzungen gehen auseinander. Ein Teil der Beobachter argumentiert, dass extreme Angst starke AbwĂ€rtsschĂŒbe schnell in Gegenbewegungen kippen lassen kann. Der Ausverkauf könnte demnach die Panik gewesen sein, die vor einer Bodenbildung ĂŒblicherweise auftritt. Andere halten weitere RĂŒckschlĂ€ge fĂŒr wahrscheinlich, unterbrochen von impulsiven Erholungen.

Hinzu kommt ein geopolitischer Unsicherheitsfaktor. Am Markt wird spekuliert, ob am Wochenende ein US-MilitĂ€rschlag gegen den Iran folgen könnte. Das wĂŒrde die NervositĂ€t vor dem Handelsstart in der kommenden Woche zusĂ€tzlich erhöhen.

Entscheidend fĂŒr die nĂ€chsten Tage ist, ob der Index die Tiefs vom Donnerstag verteidigt. FĂ€llt er darunter, dĂŒrfte die Erholungsthese erheblich an Gewicht verlieren. Bleiben die Tiefs intakt, spricht das fĂŒr eine technische Gegenbewegung nach dem Rekordverlust.

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