Nebius Aktie: Sereda bevorzugt Nebius vor CoreWeave
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Investor Sereda hat Nebius heute von „Halten“ auf „Kaufen“ hochgestuft und bevorzugt den KI-Cloud-Anbieter gegenüber CoreWeave. Medienberichten zufolge bleibt seine Einschätzung für den Wettbewerber bei „Halten“. Die Gegenüberstellung macht deutlich: Nebius verfügt über eine günstigere Relation zwischen Schulden und Barmitteln, verlangt Anlegern aber eine erhebliche Bewertungsprämie ab.
Barmittel relativieren die Verschuldung
Für Nebius werden Schulden von 10,2 Milliarden US-Dollar und Barmittel von 8 Milliarden US-Dollar genannt. Damit steht der Verschuldung ein vergleichsweise großer Liquiditätsbestand gegenüber. Das ist ein wichtiger Unterschied zum Wettbewerber, aber kein Beleg dafür, dass der weitere Ausbau ohne zusätzliche Finanzierung auskommt.
Der Vergleich ist für Anleger besonders relevant, weil Nebius seine KI-Infrastruktur stark ausbaut. Eine günstigere finanzielle Ausgangslage kann dabei Spielraum schaffen. Sie ersetzt jedoch weder die Umsetzung geplanter Projekte noch den Nachweis dauerhaft tragfähiger Erträge.
Bei CoreWeave stehen Schulden von 51,6 Milliarden US-Dollar einem Barmittelbestand von 5,5 Milliarden US-Dollar gegenüber. Seredas Präferenz für Nebius fällt damit auf eine deutlich unterschiedliche Relation dieser Bilanzgrößen.
Auch die laufende Belastung durch Fremdkapital verdient Aufmerksamkeit. Entscheidend ist nicht allein die Höhe der verfügbaren Mittel, sondern auch, wie stark Finanzierungskosten den operativen Mittelzufluss beanspruchen.
CoreWeave meldete für das zweite Quartal 2026 einen operativen Cashflow von 679 Millionen US-Dollar und Zinszahlungen von 640 Millionen US-Dollar. Die Zinszahlungen lagen damit nur knapp unter dem operativen Mittelzufluss. Diese Gegenüberstellung unterstreicht die Bedeutung der Finanzierung für den Unternehmensvergleich.
Vertragsbestand ist noch kein Gewinn
Nebius weist vertragliche verbleibende Leistungsverpflichtungen von 37,5 bis 40 Milliarden US-Dollar aus. Dieser Bestand beschreibt vereinbarte künftige Leistungen. Er ist weder bereits vereinnahmter Umsatz noch erzielter Gewinn.
Für die Bewertung kommt es deshalb darauf an, wie Nebius die Verpflichtungen in tatsächlich erbrachte Leistungen und wirtschaftliche Erträge überführt. Starkes Wachstum und eine günstigere Relation von Barmitteln zu Schulden beantworten diese Frage nicht allein.
Zugleich bleibt Nebius nach einem heute veröffentlichten Bericht tief unprofitabel. Das begrenzt die Aussagekraft des reinen Bilanzvergleichs: Finanzielle Reserven können den Ausbau unterstützen, beweisen aber noch keine nachhaltige Profitabilität des Geschäfts.
Die Bewertung setzt hohe Erwartungen voraus
Nebius wird laut dem heute veröffentlichten Vergleich mit etwa dem Vierfachen von CoreWeaves erwarteter Bewertung auf Basis des Unternehmenswerts zum EBITDA gehandelt. Seredas Kaufempfehlung steht somit einer erheblichen relativen Bewertungsprämie gegenüber.
Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Abwägung. Nebius bietet im Vergleich die günstigere Relation zwischen Schulden und Liquidität sowie einen umfangreichen vertraglichen Leistungsbestand. Der höhere Bewertungsmaßstab lässt jedoch weniger Raum für Enttäuschungen. Die entscheidende Bewährungsprobe liegt deshalb nicht allein im weiteren Wachstum, sondern in dessen wirtschaftlicher Umsetzung.
Nebius-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nebius-Analyse vom 13. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Nebius-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nebius-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nebius: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
