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Netcapital Aktie: SEC klagt wegen 14 Millionen Umsatzbetrug

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SEC verklagt Netcapital wegen mutmaßlich gefälschter Umsätze. Das Fintech kämpft zudem um sein Nasdaq-Listing und stellt sich neu auf.

Netcapital: SEC-Klage wegen Bilanzbetrugs und Nasdaq-Herausforderungen
Abstrakte Darstellung einer Untersuchung im Finanzsektor mit dramatischem Licht und professioneller Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Vorwurf des massiven Umsatzbetrugs

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat am 10. August eine Zivilklage gegen das Fintech-Unternehmen Netcapital eingereicht. Den Verantwortlichen wird ein weitreichendes System zum Wertpapierbetrug vorgeworfen. Laut der Klageschrift soll das Unternehmen fast 14 Millionen US-Dollar an Umsätzen aus Beratungsverträgen mit John Fanning, dem Mitbegründer von Napster und Schöpfer der Marke Netcapital, unrechtmäßig verbucht haben. Die Aufsichtsbehörde stuft diese Verträge, von denen einige gefälscht worden sein sollen, als Scheinabkommen ein, die keinen realen Umsatz generierten.

Durch diese Bilanzierungspraktiken gelang es Netcapital offenbar, den gemeldeten Umsatz mehr als zu vervierfachen. Während dieser Phase investierten Anleger in öffentlichen und privaten Angeboten mehr als 25,6 Millionen US-Dollar in das Unternehmen.

Die Klage richtet sich neben John Fanning auch gegen die Finanzchefin Coreen Kraysler, den ehemaligen CEO Martin Kay, die frühere CEO Cecilia Lenk sowie Paul Riss, der für die Umsatzrealisierung verantwortlich war.

Reaktion des Managements und neue Führung

In einer Stellungnahme vor knapp zwei Wochen äußerte sich der aktuelle CEO Todd Violette zu den Entwicklungen. Er übernahm den Posten am 16. April mit dem Mandat, das Unternehmen durch regulatorische Herausforderungen zu führen und die Interessen der Aktionäre zu schützen. Wie Violette erklärte, trat er sein Amt an, nachdem Netcapital eine sogenannte „Wells Notice“ von der SEC erhalten hatte – eine formale Mitteilung über eine laufende Untersuchung gegen das Unternehmen sowie bestimmte aktuelle und ehemalige Führungskräfte.

Die strategische Neuausrichtung unter Violette soll die Kapitalbildung beschleunigen und die Reichweite der Plattform erhöhen. Parallel dazu versucht das Unternehmen, seine operative Basis zu verbreitern. Bereits im Juni unterzeichnete Netcapital eine Absichtserklärung zur Übernahme von Hypotheken-Vermögenswerten der Firma Resmac.

Das Geschäft umfasst unter anderem Lizenzen, Technologieplattformen und Kundenbeziehungen, wobei die Gegenleistung in Form von Vorzugsaktien einer neuen Tochtergesellschaft im Wert von 5,0 Millionen US-Dollar erbracht werden soll.

Kampf um das Nasdaq-Listing

Neben den juristischen Auseinandersetzungen kämpft Netcapital mit der Einhaltung der Börsenregeln. Die Nasdaq gewährte dem Unternehmen am 10. August eine zusätzliche Frist von 180 Tagen bis zum 1. Februar 2027, um die Mindestpreisvorgabe von 1,00 US-Dollar pro Aktie wieder zu erfüllen. Das Papier unter dem Kürzel NCPL notierte zuvor seit Februar mehr als 30 aufeinanderfolgende Geschäftstage unter dieser Marke. Ein sofortiges Delisting aufgrund einer neuen Regelung zum Mindestmarktwert blieb Netcapital vorerst erspart, da diese Anordnung der Nasdaq derzeit von der SEC geprüft wird und somit ausgesetzt ist.

Um die finanzielle Stabilität zu sichern, wurden Anfang August Vereinbarungen über ausstehende Wandelanleihen mit der Vanquish Funding Group angepasst. Diese beinhalten nun unter anderem eine Obergrenze für die Aktienausgabe ohne Zustimmung der Anteilseigner sowie eine Untergrenze für den Wandlungspreis.

Zudem verzögerte sich die Veröffentlichung des Geschäftsberichts (Form 10-K) für das zum 30. April endende Geschäftsjahr. Das Unternehmen begründete den Aufschub mit zusätzlichem Zeitbedarf für Dokumentationen und Offenlegungen im Zusammenhang mit bestimmten Vermögenswerten.

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