Newron SpA Aktie: Piros bekrÀftigt Kaufempfehlung
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz anhaltender regulatorischer Belastungen stellt sich Lucid Capital Markets hinter Newron SpA. Analyst Elemer Piros bekrĂ€ftigte am gestrigen Montag seine Kaufempfehlung fĂŒr das Papier des italienischen Pharmaunternehmens und rief dabei ein 12-Monats-Kursziel von 73 Schweizer Franken aus.
Als fundamentale Basis fĂŒr diesen optimistischen Ausblick nennt das Analysehaus einen ermittelten Nettobarwert fĂŒr den Wirkstoffkandidaten Evenamide von 2,1 Milliarden US-Dollar nach Zulassungswahrscheinlichkeit und Steuern, was einem rechnerischen Wert von 91 US-Dollar beziehungsweise 73 Franken je Aktie entspricht.
Am Markt sorgte die BestĂ€tigung der optimistischen Studie gestern fĂŒr UnterstĂŒtzung: Die Aktie legte am Montag um 5,7 Prozent zu und ging bei 8,60 Euro aus dem Handel. Gleichwohl bleibt das Papier nach RĂŒckschlĂ€gen der Vormonate schwer gezeichnet und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 67 Prozent.
Gespaltene Stimmen unter den Analysten
Lucid Capital Markets steht mit der positiven Grundhaltung im Grundsatz nicht allein da, setzt sich mit der Höhe der Zielmarke jedoch deutlich vom Marktkonsens ab. Auch das Analysehaus H.C. Wainwright bestĂ€tigte seine Kaufempfehlung fĂŒr Newron, taxiert das Kursziel mit 30 Franken allerdings auf weniger als die HĂ€lfte des Piros-Ziels.
Zuvor hatte bereits Roth MKM am 5. Oktober eine Kaufempfehlung ausgesprochen und den fairen Wert bei 19 Franken angesetzt. WĂ€hrend Piros auf eine vollstĂ€ndige Neubewertung nach einer potenziellen Marktzulassung setzt, kalkulieren vorsichtigere Marktbeobachter die verbleibenden klinischen und behördlichen HĂŒrden stĂ€rker ein.
FDA-Sicherheitsbedenken belasten das Evenamide-Programm
Der Hintergrund der extrem gedrĂŒckten Bewertung liegt in regulatorischen Problemen in den USA. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte Bedenken bezĂŒglich der Wirkstoffklasse der Natriumkanalblocker geĂ€uĂert und Newron auf ein potenzielles Sicherheitssignal hinsichtlich tödlicher Herzrhythmusstörungen hingewiesen.
Anlass gaben vier TodesfĂ€lle unter Patienten, die im Rahmen der Studien zur behandlungsresistenten Schizophrenie mit Evenamide behandelt wurden, gegenĂŒber einem Todesfall in der Placebogruppe.
Die KausalitĂ€t ist bisher nicht belegt. PrĂŒfĂ€rzte stuften drei dieser FĂ€lle als nicht arzneibezogen ein, wĂ€hrend ein Fall als möglicherweise therapiebezogen gewertet wurde, da Autopsien keine eindeutige Todesursache ergaben.
Newron verweist darauf, dass bei der Auswertung von mehr als 10.000 EKGs bei etwa 700 behandelten Patienten kein Muster kardialer AuffĂ€lligkeiten festgestellt worden sei. Die berechnete MortalitĂ€tsrate liege bereinigt um die Behandlungsdauer bei 1,31 TodesfĂ€llen pro 100 Patientenjahren unter Evenamide gegenĂŒber 1,81 unter Placebo.
Zeitplan fĂŒr die klinischen Studien
FĂŒr US-Standorte der Studie ENIGMA-TRS 2 hĂ€lt die FDA den verhĂ€ngten Aufnahmestopp weiterhin aufrecht, wobei dort laut Unternehmensangaben bislang keine Probanden das PrĂ€parat erhielten. AuĂerhalb der USA soll das Programm planmĂ€Ăig fortgefĂŒhrt werden. FĂŒr ENIGMA-TRS 2 sind mindestens 400 Teilnehmer in internationalen Zentren vorgesehen.
Parallel dazu umfasst die Studie ENIGMA-TRS 1 mindestens 600 Patienten in 20 LĂ€ndern, deren Rekrutierung fĂŒr Mitte Oktober angestrebt wurde. Erste Daten zu den 12-Wochen-Ergebnissen dieser ersten Phase werden fĂŒr das erste Quartal 2027 erwartet. Bis dahin bleibt der weitere Fortgang des Zulassungswegs eng an die KlĂ€rung der offenen Sicherheitsfragen mit der US-Behörde geknĂŒpft.
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