Nike Aktie: Pace-Programm zielt auf 2,5 Milliarden Dollar
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Sportartikelhersteller Nike verschärft seinen Sparkurs und leitet eine umfassende weltweite Reorganisation ein. Wie der Konzern heute bekanntgab, sollen im Rahmen des mehrjährigen Transformationsprogramms namens Pace weitere Stellen abgebaut werden. Ziel der Führung unter Vorstandschef Elliott Hill ist es, die operative Effizienz drastisch zu steigern und Mittel für Reinvestitionen in Produktentwicklung und Markenaufbau freizusetzen.
Stellenabbau und neue Regionalstruktur
Das Restrukturierungsprogramm zielt bis zum Geschäftsjahr 2031 auf kumulierte Einsparungen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar ab. Den Großteil dieser Kostenvorteile erwartet Nike in den Geschäftsjahren 2029 und 2030. Die Umsetzung erfordert erhebliche Vorleistungen: Bis zum Geschäftsjahr 2031 veranschlagt das Unternehmen Vorsteuerkosten von rund einer Milliarde US-Dollar.
Laut Reuters stehen die genauen Zahlen und betroffenen Standorte der neuen Kündigungswelle noch nicht fest. Die betroffenen Beschäftigten sollen im Laufe des Jahres 2027 informiert werden. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2026 hatte der Konzern rund 2.100 Stellen gestrichen.
Mit dem Umbau ordnet Nike auch seine geografische Aufstellung grundlegend neu. Die bisherigen Einheiten werden künftig in drei Regionen gebündelt: Amerikas, EMEA sowie APGC, worin Asien-Pazifik und Greater China zusammengeführt werden.
Die Führung der Region APGC soll in Singapur angesiedelt sein. Zudem plant das Management, bis zum Geschäftsjahr 2028 einen neuen Campus im indischen Bengaluru zu eröffnen, an dem operative Funktionen und Supportteams konzentriert werden.
Sortimentswende unter Elliott Hill
Parallel zu den organisatorischen Eingriffen arbeitet die Unternehmensspitze an einer Neuausrichtung des Angebots. Konzernchef Elliott Hill kündigte an, insbesondere bei der Marke Jordan zu einem Verknappungsmodell zurückzukehren. Volumen und Veröffentlichungsfrequenzen bestimmter Retro-Modelle sollen gezielt verringert werden, um den durch hohe Rabatte und Überbestände entstandenen Druck auf das Markenimage abzubauen.
Während klassische Sportswear-Linien zuletzt schwächelten, verzeichnete der Bereich Nike Performance Zuwächse. Der Vorstand betonte jedoch, dass dieser Bereich die Rückgänge in anderen Segmenten und auf dem chinesischen Markt noch nicht vollständig auffangen könne.
Mit ersten überarbeiteten Produktlinien im Handel rechnet das Management im Frühjahr 2027. Konkretere Einblicke in Zeitpläne und Margenziele will der Konzern Mitte November auf einem Investorentag präsentieren.
Zurückhaltung am Markt
An der Wall Street stößt der Umbau auf ein geteiltes Echo. RBC-Analyst Piral Dadhania mahnte zur Vorsicht und betonte, die Situation werde sich möglicherweise zunächst verschlechtern, bevor eine Erholung einsetze. Optimistischer äußerten sich die Analysten von Bernstein, die das Papier nach der Kurskorrektur als bereinigt ansehen und ihre Einstufung mit „Outperform“ sowie einem Kursziel von 45 US-Dollar bekräftigten.
An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen in anhaltender Schwäche wider. Am Freitag gab die Nike-Aktie um 3,6 Prozent nach und beendete den Handel bei 30,10 Euro. Ob die strukturellen Einschnitte und die regionale Neuaufstellung den gewünschten Wendepunkt herbeiführen, wird sich erst in den kommenden Geschäftsjahren zeigen.
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