Nike, Aktie

Nike Aktie: S&P 100 streicht Konzern

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 01:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nike scheidet aus dem S&P 100 aus, nachdem Marktkapitalisierung und Direktgeschäft deutlich nachgaben. Die Neuausrichtung steht unter Druck.

Fotorealistische Laufschuhe auf Tartanbahn im goldenen Morgenlicht, Sportartikel
Nike Inc US6541061031 zeigt generische Laufschuhe auf einer roten Tartanbahn im goldenen Morgenlicht Illustration mit AI erstellt.

Am heutigen Montag verliert Nike vor US-Handelsbeginn seinen festen Platz im prestigeträchtigen S&P 100. Fast 18 Jahre lang gehörte der Sportartikelhersteller der Riege der hundert führenden börsennotierten US-Konzerne an. Nach einem dramatischen Bewertungsverlust zog der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices nun die Reißleine. Im europäischen Handel notiert das Papier heute bei 31,46 Euro, was einem leichten Tagesplus von 1,7 Prozent entspricht.

Die Herabstufung ist die formelle Quittung für eine beispiellose Talfahrt. Seit dem Rekordhoch im Jahr 2021 büßte das Unternehmen rund 200 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung ein. Damit verfehlte der Sportausrüster zuletzt die Größenanforderungen für die erste US-Börsenliga. Während Technologiekonzerne wie Dell Technologies oder SanDisk in das Marktbarometer aufrücken, bleibt Nike künftig lediglich im breiter gefassten S&P 500 vertreten.

Schwindende Nachfrage und schrumpfendes Direktgeschäft

Der Rauswurf spiegelt fundamentale operative Probleme im Kerngeschäft wider. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 stagnierte der Umsatz bei 46,4 Milliarden US-Dollar. Vor allem die langjährige Wachstumsstrategie über eigene Plattformen geriet ins Stocken: Die Erlöse im Direktvertrieb und im digitalen Handel schrumpften währungsbereinigt spürbar.

Besonders das Geschäft im wichtigen chinesischen Markt bereitete den Verantwortlichen zuletzt erhebliche Sorgen. Zunehmender Wettbewerbsdruck durch spezialisierte Laufschuhhersteller sowie lokale Anbieter setzt dem Konzern weltweit zu. Zwar stabilisierten sich die Großhandelsumsätze, doch fehlende Impulse im klassischen Sneaker-Segment belasten die Ertragskraft nachhaltig.

Institutioneller Verkaufsdruck und verhaltener Ausblick

Für Anleger bringt das Ausscheiden aus dem Auswahlindex spürbare Konsequenzen mit sich. Analystin Fernández-Trapiella vom spanischen Bankhaus Bankinter betonte, dass der Ausschluss das Markenprestige belaste und Verkäufe durch passiv verwaltete Indexfonds nach sich ziehe. Zudem senkte Analyst Peter McGoldrick von Stifel das Kursziel auf 40 US-Dollar und verwies auf ein zunehmend rabattgetriebenes Umfeld im westlichen Markt.

Zu den strukturellen Problemen gesellten sich zuletzt weitere Rückschläge, darunter der Verlust prominenter Werbeträger und Kontroversen um Werbekampagnen der Tochtermarke Converse. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust der Aktie auf 40 Prozent. Für Vorstandschef Elliott Hill wird die geplante Neuausrichtung des Unternehmens damit zu einem anspruchsvollen Unterfangen.

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