Nikkei 225: Yen steigt um fast fünf Einheiten
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tokios Börse steckt in der Zwickmühle. Eigentlich lieferte die Wall Street mit einem Kursplus von 16 Prozent bei Microsoft eine Steilvorlage. Parallel dazu sorgt jedoch ein massiver Yen-Anstieg für Unruhe unter den japanischen Exportwerten.
Währungshüter im Fokus
Der Markt steht unter dem Eindruck einer mutmaßlichen Devisenintervention. Japans Regierung stützte den Yen offenbar am späten Donnerstag massiv. Der Yen wertete schlagartig um fast fünf Einheiten gegenüber dem Dollar auf. Diese plötzliche Stärke bremst den Nikkei 225 aus, da sie japanische Waren auf dem Weltmarkt verteuert.
Dazu warten Marktteilnehmer auf das heutige Signal der Bank of Japan (BoJ). Während die US-Notenbank die Zinsen stabil hielt, könnte Tokio die Zügel anziehen. Erste Händler lösen bereits ihre Carry-Trades auf, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugt.
Halbleiter-Werte als Fels in der Brandung
Innerhalb des Index zeigen sich deutliche Kontraste. Halbleiter-Spezialisten wie Advantest trotzen der allgemeinen Skepsis. Das Unternehmen hob seine Gewinnprognose zuletzt um 35 Prozent an. Parallel dazu profitieren Anlagenbauer wie Tokyo Electron vom ungebrochenen KI-Boom in den USA.
Finanzwerte geraten derweil unter Druck. Die steigende Volatilität und die unsichere Zinswende belasten Banktitel. Insgesamt zeigt das Marktbild eine deutliche Spaltung zwischen Tech-Euphorie und Währungsangst.
Chartbild trübt sich ein
Technisch gesehen befindet sich der Nikkei in einer schwierigen Phase. Der Index notiert aktuell rund 7,7 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Derweil liegt der Relative-Stärke-Index bei 36,3 Punkten. Dieser Wert nähert sich der überverkauften Zone, signalisiert aber noch keine unmittelbare Trendwende.
Die Entscheidung der BoJ und die anschließende Pressekonferenz von Gouverneur Kazuo Ueda am Nachmittag werden die Richtung vorgeben. Sollte die Notenbank einen harten Kurs zur Verteidigung des Yen ankündigen, droht den Exportwerten weiterer Gegenwind. Bleiben die Signale hingegen moderat, könnte eine Eindeckungswelle den Markt wieder nach oben treiben.
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