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Nokia Aktie: KI-Boom trifft auf technische Zerreißprobe

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 18:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nokias KI-Sparte boomt mit Rekordaufträgen, doch der negative Cashflow und ein massiver Kursrutsch belasten die Aktie. S&P hebt den Ausblick an.

Nokia-Aktie: KI-Rekordaufträge gegen schwachen Cashflow
Abstrakte Darstellung moderner Telekommunikationsinfrastruktur und KI-Technologie in dunkler, atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nokia steckt in einem Widerspruch. Die KI-Sparte liefert Rekordzahlen. Der Aktienkurs bricht trotzdem massiv ein.

Am Freitag schloss die Aktie bei 7,93 Euro. Das ist fast exakt der 200-Tage-Durchschnitt. Genau an dieser Marke prallen gerade zwei völlig gegensätzliche Nachrichten aufeinander: ein KI-Auftragsboom auf der einen Seite, akute Sorgen um den Cashflow auf der anderen.

KI-Sparte sorgt für Kehrtwende in der Stimmung

Trotz eines Kursrutsches von rund 30 Prozent in den vergangenen 30 Tagen fand die Aktie zum Wochenende neuen Halt. Auslöser war der Quartalsbericht, den Nokia als Durchbruch beim Umbau zum KI-Infrastrukturanbieter bezeichnet.

Im zweiten Quartal meldete der Konzern Aufträge im Bereich KI und Cloud von 2,8 Milliarden Euro. Der Umsatz der Sparte AI & Cloud legte währungsbereinigt um 105 Prozent zum Vorjahr zu. Das Management rechnet damit, dass diese breit gestreuten Netzwerkaufträge den Umsatz in den kommenden zwölf Monaten spürbar antreiben werden.

Entsprechend hob Nokia die Prognose für das operative Ergebnis 2026 leicht an, auf eine Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro.

S&P Global hebt den Ausblick an

Am 30. Juli 2026 kam externe Bestätigung hinzu. S&P Global Ratings hob den Ausblick für Nokia von "Stabil" auf "Positiv" an. Das Langfrist-Rating 'BBB-' bestätigte die Agentur dabei.

S&P begründet den Schritt mit der erfolgreichen Diversifizierung des Geschäfts. Innerhalb der nächsten 24 Monate sei sogar eine Anhebung des Ratings selbst denkbar. Die Agentur sieht Nokia gut positioniert, um von der wachsenden Nachfrage großer Cloud-Anbieter nach Netzwerkinfrastruktur zu profitieren.

Genau dieser Wahrnehmungswandel — weg vom klassischen Telekom-Ausrüster, hin zum KI-Infrastrukturspieler — treibt die Aktie an. Über zwölf Monate steht ein Kursplus von 121 Prozent zu Buche.

Cashflow-Loch bremst die Euphorie

Der positiven Auftragsdynamik steht ein strukturelles Problem gegenüber. Nokia meldete einen negativen freien Cashflow von rund 732 Millionen Euro. Grund dafür sind Investitionen ins Working Capital sowie Bonuszahlungen an Mitarbeiter aus dem Vorjahr.

Um die Struktur zu straffen, verschiebt der Konzern mehrere Randbereiche in die Kategorie "nicht fortgeführte Aktivitäten". Dazu zählt der geplante Verkauf der Sparten Fixed Wireless Access CPE und Enterprise Campus Edge. Hinzu kommen Restrukturierungs- und Integrationskosten von etwa 800 Millionen Euro, vor allem im Zuge der Konsolidierung des Chinageschäfts.

Charttechnik zeigt Stabilisierungsversuch

Nach dem scharfen Rücksetzer vom Juni-Hoch bei 14,97 Euro zeigt die Aktie erste Anzeichen einer Bodenbildung. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 7,93 Euro fungiert derzeit als wichtige Unterstützung. Der RSI liegt bei 33,3 — nahe der überverkauften Zone.

Bis zur Rückkehr in den mittelfristigen Aufwärtstrend ist es allerdings noch ein weiter Weg. Dafür müsste die Aktie den 50-Tage-Durchschnitt von 11,21 Euro überwinden.

Die Analystenstimmung bleibt trotz der Turbulenzen konstruktiv. JPMorgan hob das Kursziel für die an der NYSE gelisteten Aktien kürzlich auf 21 US-Dollar an. Der Konsens unter den großen Häusern lautet weiterhin "Moderate Buy".

Anleger blicken nun auf den 6. August 2026. An diesem Tag wird die laufende Dividende ausgezahlt.

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