Nordex, Aktie

Nordex Aktie: Türkei-Auftrag treibt Kurs

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 11:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nordex sichert sich den größten Einzelauftrag seiner Firmengeschichte in der Türkei. Der Deal umfasst 72 Anlagen und hebt die Aktie nach Vortagesverlusten.

Nordex erhält Rekordauftrag aus der Türkei: 72 Windturbinen für 525 Megawatt
Moderne Windkraftanlagen in einer sonnendurchfluteten Landschaft bei Sonnenaufgang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nordex hat sich am Donnerstag den bislang größten Einzelauftrag für Windenergieanlagen im türkischen Markt gesichert. Die Türkerler Holding, ein langjähriger Kunde des Herstellers, bestellt 72 Turbinen des Typs N175/6.X mit einer Gesamtleistung von rund 525 Megawatt. Der Auftrag kommt zur rechten Zeit — nach einem schwachen Kurstag am Mittwoch reagierten Anleger vorbörslich mit Erleichterung.

Großprojekt in Zentralanatolien

Die Turbinen sollen für das Windprojekt "YEKA-5 R25 Sivas" in der zentralanatolischen Provinz Sivas errichtet werden. Nordex liefert dafür Anlagen der Delta4000-Serie mit 108 Metern Nabenhöhe, die Installation der ersten Turbine ist für das dritte Quartal 2027 geplant. Zum Auftrag gehört zudem ein Premium-Servicevertrag über zehn Jahre, mit Option auf Verlängerung bis zu 25 Jahre — ein Modell, das Nordex zunehmend als Umsatzsäule neben dem reinen Anlagenverkauf nutzt.

Mit dem Zuschlag baut das Unternehmen seine ohnehin starke Stellung in der Türkei weiter aus, wo es nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 34 Prozent hält. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal hatte Nordex insgesamt Aufträge über knapp 3.100 Megawatt eingesammelt — der türkische Großauftrag entspricht damit rund einem Sechstel dieses Quartalsvolumens auf einen Schlag.

Kurs erholt sich nach Rücksetzer

Die Aktie reagierte auf die Nachricht positiv. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate legte das Papier zeitweise um 1,68 Prozent auf 38,76 Euro zu — nach einem Rückgang von über 4 Prozent am Vortag. Auf Monatssicht steht Nordex weiterhin deutlich im Minus, was auch mit einer zuletzt erweiterten Kreditfazilität zusammenhängt, die im Markt kritisch beäugt wird.

Fundamental bleibt das Bild jedoch solide: Im zweiten Quartal hatte sich das EBITDA mehr als verdoppelt, der Umsatz wuchs zweistellig, und der Vorstand bestätigte seine Jahresprognose mit einer Margenspanne von 10 bis 12 Prozent. Der neue Türkei-Auftrag liefert nun zusätzliche Sichtbarkeit für die Auftragslage bis weit in die zweite Jahreshälfte hinein.

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