NOV, Aktie

NOV Aktie: Cashflow bremst Offshore-Hoffnung

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 17:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
NOV meldet negativen Free Cashflow und senkt die Jahresprognose fĂŒr das Book-to-Bill, wĂ€hrend Offshore-Bestellungen lĂ€ngerfristig wachsen sollen.
Ölplattform auf hoher See bei DĂ€mmerung als Symbol fĂŒr die Offshore-Industrie. Illustration mit AI erstellt.

Umsatz ĂŒber den Erwartungen, Gewinn je Aktie wie erwartet — und trotzdem rutscht die Aktie ab. Nach den Zahlen zum dritten Quartal gab das Papier zuletzt um gut 5 Prozent auf 19,47 Dollar nach. Der Grund: negativer Free Cashflow und eine gesenkte Prognose fĂŒr den Auftragseingang.

Solides Quartal, schwacher Cashflow

Der Umsatz stieg auf 2,23 Milliarden Dollar, vier Prozent mehr als im Vorquartal und zwei Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der bereinigte EBITDA lag bei 281 Millionen Dollar, die Marge bei 12,6 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 90 Millionen Dollar, also 0,25 Dollar je Aktie.

AuffĂ€llig ist die Kluft zwischen Ergebnis und Kasse. Der Free Cashflow lag bei minus 47 Millionen Dollar. Das Management nennt verzögerte Meilensteinzahlungen und aufgebaute Lagerpuffer als Ursachen und spricht von einem vorĂŒbergehenden Effekt. FĂŒr 2027 stellt es eine Cash-Conversion von rund 50 Prozent in Aussicht.

Segmente laufen auseinander

Die Sparte Energy Equipment setzte 1,22 Milliarden Dollar um, zwei Prozent weniger als im Vorjahr, weil einige Offshore-Projekte abgeschlossen wurden. Die Marge stieg dennoch auf 15,3 Prozent. Der Auftragseingang betrug 577 Millionen Dollar, das entspricht einem Book-to-Bill von 91 Prozent.

Energy Products & Services wuchs dagegen um neun Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar. Treiber waren Bohrrohre und Composite-AusrĂŒstung. Die Marge kletterte auf 14,5 Prozent.

Das Gesamtjahr sieht nun schwĂ€cher aus: Das Book-to-Bill soll bei 80 bis 85 Prozent landen, zuvor standen 90 bis 100 Prozent im Raum. Das Management begrĂŒndet dies mit der Projektzeitplanung, nicht mit verlorenen AuftrĂ€gen. FĂŒr das Schlussquartal peilt NOV einen bereinigten EBITDA zwischen 260 und 300 Millionen Dollar an. Im Nahen Osten dĂŒrfte die AktivitĂ€t sinken, weil Kunden Bohrprogramme anpassen.

Offshore als Hebel fĂŒr 2027

Die Story der Bullen bleibt der Markt fĂŒr schwimmende Förderanlagen. Die Investitionen in solche Projekte sollen laut Unternehmen von rund 409 Milliarden Dollar im Zeitraum 2021 bis 2025 auf 509 Milliarden Dollar fĂŒr 2026 bis 2030 steigen. NOV liefert hier unter anderem Verankerungssysteme und Flexrohre. AuftrĂ€ge folgen den Projektentscheidungen mit mehreren Quartalen Verzögerung.

Entsprechend rechnet NOV bei Offshore-Bestellungen mit einem Anstieg von etwa 1,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf knapp 3 Milliarden Dollar bis 2028. FĂŒr 2027 erwartet das Management insgesamt mehr AuftrĂ€ge als in 2025 und 2026. Das Ziel von 1,5 Milliarden Dollar jĂ€hrlichem EBITDA hĂ€lt CEO Jose Bayardo ohne heroische Annahmen fĂŒr erreichbar.

Die Aktie liegt trotz des RĂŒcksetzers seit Jahresbeginn noch rund 34 Prozent im Plus. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 21,93 Dollar fehlen etwa 11 Prozent. Ob die Anleger die Geduld aufbringen, die das Management fĂŒr Cashflow und AuftrĂ€ge erbittet, zeigt sich spĂ€testens mit den Zahlen zum vierten Quartal, in dem NOV die RĂŒckkehr zu höheren Bestellungen belegen muss.

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