Novartis Aktie: Wertminderung auf del-desiran drĂŒckt Nettogewinn
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deNovartis hat gestern 3,3% zugelegt. Reuters nannte die Quartalsergebnisse als Treiber des Kursanstiegs. Gleichzeitig kam gestern ein vorsichtigeres Signal fĂŒr die mittelfristigen Perspektiven: Bernstein Research senkte das Kursziel wegen nach unten korrigierter Prognosen. Damit steht der positiven operativen Entwicklung eine zurĂŒckhaltendere Bewertung der weiteren Aussichten gegenĂŒber.
Bernstein korrigiert mittelfristige Erwartungen
Medienberichten zufolge reduzierte Bernstein Research gestern das Kursziel von CHF 132,84 auf CHF 127,08. Die Einstufung blieb bei âMarket-Performâ. Analyst Justin Smith begrĂŒndete den Schritt mit nach unten korrigierten mittelfristigen Prognosen.
Diese BegrĂŒndung betrifft einen anderen Zeithorizont als die jĂŒngsten Quartalszahlen. Gute Ergebnisse im laufenden GeschĂ€ft und vorsichtigere Erwartungen fĂŒr die Folgejahre schlieĂen sich nicht aus. FĂŒr Anleger ist deshalb entscheidend, das operative Wachstum nicht mit einer uneingeschrĂ€nkt positiven EinschĂ€tzung der weiteren Entwicklung gleichzusetzen.
Operatives Wachstum, belasteter Nettogewinn
Die am Dienstag veröffentlichten Zahlen zeigten einen Umsatzanstieg um 4 % auf USD 14,522 Mrd. Das operative Kernergebnis wuchs ebenfalls.
Damit lieferte Novartis auf operativer Ebene UnterstĂŒtzung fĂŒr die positive Börsenreaktion. Der ausgewiesene Nettogewinn zeichnete allerdings ein deutlich schwĂ€cheres Bild.
Er sank auf USD 1,196 Mrd. nach USD 3,930 Mrd. im Vorjahresquartal. Laut Reuters belastete eine Wertminderung von USD 1,9 Mrd. auf den Wirkstoffkandidaten del-desiran das Ergebnis.
Die Unterscheidung zwischen operativem Kernergebnis und Nettogewinn ist daher wesentlich. Der RĂŒckgang des ausgewiesenen Gewinns steht neben einer Verbesserung im operativen GeschĂ€ft. Zugleich macht die Wertminderung deutlich, dass die Bewertung einzelner Entwicklungsprojekte erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis haben kann.
Studienerfolge setzen einen Gegenakzent
Aus der klinischen Entwicklung kamen am Dienstag auch positive Nachrichten. Novartis meldete fĂŒr remibrutinib bei schubförmiger Multipler Sklerose in den Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 eine gegenĂŒber Teriflunomid verringerte jĂ€hrliche Schubrate.
Die RĂŒckgĂ€nge betrugen 35,2 % beziehungsweise 31,2 %. Nach Unternehmensangaben wurden zudem keine Lebersicherheitssignale beobachtet.
Diese Ergebnisse setzen einen positiven Gegenakzent zur Wertminderung auf del-desiran. Sie betreffen jedoch einen anderen Wirkstoffkandidaten und heben die Ergebnisbelastung nicht auf. FĂŒr die Einordnung von Novartis gehören deshalb beide Seiten zusammen: Fortschritte bei einzelnen Entwicklungsprojekten und finanzielle RĂŒckschlĂ€ge bei anderen.
Der Kursanstieg lĂ€sst sich somit mit der operativen Entwicklung erklĂ€ren. Bernsteins vorsichtigere mittelfristige Prognosen begrenzen jedoch die Aussagekraft des starken Quartals fĂŒr die lĂ€ngerfristigen Erwartungen. Genau diese Trennung ist fĂŒr Anleger wichtiger als die Tagesbewegung allein.
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