Novo Nordisk Aktie: CagriSema schlägt Tirzepatid in Studie
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 23:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Rennen um die nächste Generation von Adipositas-Therapien hat Novo Nordisk heute neue klinische Ergebnisse vorgelegt. Der dänische Pharmakonzern präsentierte Daten aus gleich zwei Phase-3-Studien zu seinem Hoffnungsträger CagriSema. Der Wirkstoffkandidat erzielte dabei nicht nur gegenüber einem Scheinmedikament deutliche Effekte, sondern behauptete sich auch im direkten Vergleich mit der Konkurrenz.
Signifikanter Gewichtsverlust im Wirkstoffvergleich
In der Studie REIMAGINE 5 untersuchte Novo Nordisk die einmal wöchentliche Gabe von CagriSema in der Dosierung 1,0 mg/1,0 mg. Die Patienten erzielten dabei einen geschätzten durchschnittlichen Gewichtsverlust von 12,4 Prozent. Die Vergleichsgruppe, die mit 5 mg des Wirkstoffs Tirzepatid behandelt wurde, erreichte im selben Zeitraum eine Gewichtsreduktion von 9,1 Prozent.
Parallel dazu lieferte die Studie REDEFINE 9 weitere Belege für die Wirksamkeit. Unter der Behandlung mit CagriSema verzeichneten die Probanden eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von 21,0 Prozent. In der entsprechenden Placebo-Gruppe lag die Verringerung lediglich bei 2,0 Prozent. Damit untermauert das Unternehmen die klinische Stärke seiner kombinierten Wirkstoffplattform.
Nervosität am Markt belastet die Notierung
An der Börse konnten die soliden Studienergebnisse die Skepsis der Investoren jedoch nicht verdrängen. Novo Nordisk verliert heute 7,5 Prozent auf 34,79 Euro. Im Rahmen des am heutigen Montag in London abgehaltenen Capital Markets Day stellte das Management langfristige Ziele vor.
Geplant ist die Markteinführung von mehr als fünf Blockbuster-Medikamenten bis 2030 sowie ein zusätzlicher Umsatz von über 150 Milliarden DKK im Jahr 2035. Laut Reuters reagierten Marktteilnehmer und Analysten jedoch verhalten auf diese Vorgaben.
Im Fokus standen dabei vor allem Bedenken hinsichtlich der künftigen Preissetzungsmacht, möglicher Zukäufe sowie bevorstehender Patentabläufe für das Schlüsselmedikament Semaglutid.
Bereits im Vorfeld hatte sich die Stimmung eingetrübt. Am 11. September senkte Morgan Stanley die Einstufung für den Konzern von Equal-weight auf Underweight und behielt ein Kursziel von 250 DKK bei. Das Analysehaus verwies auf gedämpfte mittelfristige Wachstumsaussichten und die starke Abhängigkeit vom Kassenschlager Semaglutid vor dem Hintergrund künftiger Patentabläufe.
Schlagzahl bei Partnerschaften bleibt hoch
Um die Pipeline über die bestehenden Blockbuster hinaus abzusichern, hat das Unternehmen in den vergangenen Tagen mehrere strategische Schritte unternommen. Am Donnerstag ging Novo Nordisk eine Entwicklungs- und Lizenzvereinbarung mit Orbis Medicines ein, die auf orale kardiometabolische Therapien abzielt.
Orbis Medicines bezifferte den Gesamtwert der Vereinbarung auf bis zu 1,4 Milliarden $, zusammengesetzt aus Vorab- und Meilensteinzahlungen, gestaffelten Lizenzgebühren sowie einer strategischen Beteiligung von Novo Nordisk.
Bereits am Mittwoch wurde zudem eine Kooperation mit Anthropic angekündigt, um die Medikamentenentwicklung und biologische Analyseprozesse durch künstliche Intelligenz zu beschleunigen.
Auf regulatorischer Ebene gab es am Freitag Rückenwind: Der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur sprach eine Zulassungsempfehlung für die einmal wöchentliche Anwendung von Sogroya bei persistierenden Wachstumsstörungen bei Kindern aus. Die klinischen Fortschritte stehen damit einer Phase erhöhter strategischer Übergangsrisiken gegenüber.
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