Novo Nordisk Aktie: Hunderte Klagen wegen Sehverlust
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 14:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hunderte Klagen von Patienten belasten den dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk. Betroffene werfen dem Unternehmen sowie dem US-Konkurrenten Eli Lilly vor, nicht ausreichend vor Risiken eines plötzlichen Sehverlusts bei der Einnahme von Diabetes- und Abnehmpräparaten gewarnt zu haben.
Die Kläger wurden nach eigenen Angaben mit einer nicht-arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie (NAION) diagnostiziert, einer Erkrankung des Sehnervs, die zu plötzlichen und oft irreversiblen Seheinbußen führen kann.
Novo Nordisk wies die Vorwürfe am Dienstag zurück. Das Unternehmen betonte, es gebe keinen signifikanten Zusammenhang zwischen seinen Medikamenten und Sehverlusten. In Erklärungen gegenüber dem Sender NBC bekräftigte der Konzern die Sicherheit der eigenen Präparate und kündigte an, sich vor Gericht entschieden gegen die Klagen zur Wehr zu setzen.
Pipeline-Erfolge gegen verhaltene Wachstumsziele
Die rechtlichen Auseinandersetzungen treffen den Konzern in einer ohnehin sensiblen Phase. Am Montag hatte das Management bei seinem Kapitalmarkttag in London die strategischen Ambitionen bis zum Jahr 2030 dargelegt.
Für den Zeitraum von 2026 bis 2030 stellte das Unternehmen ein Umsatzwachstum in Aussicht, das sich voraussichtlich an den Durchschnitt der weltweiten Pharmabranche angleichen wird. Dies löste an den Finanzmärkten Enttäuschung über das nachlassende Expansionstempo aus.
Zugleich setzt Novo Nordisk auf neue Entwicklungen, um die Marktposition im Bereich von Stoffwechselerkrankungen zu verteidigen. Konzernchef Mike Doustdar kündigte an, das Unternehmen wolle bis 2030 mindestens fünf Blockbuster-Medikamente mit Milliardenpotenzial auf den Markt bringen.
Klinische Daten stützen diese Ambitionen im Bereich der nächsten Wirkstoffgeneration. In der REIMAGINE-5-Studie erreichte der Wirkstoffkandidat CagriSema bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes in Woche 60 eine Gewichtsreduktion von 12,4 Prozent, verglichen mit 9,1 Prozent unter Tirzepatid.
In der REDEFINE-9-Studie erzielte das Mittel bei übergewichtigen oder fettleibigen Patienten nach 68 Wochen eine Gewichtsabnahme von 21 Prozent gegenüber Placebo.
Zulassungsempfehlungen in Europa
Neben dem Geschäft mit Adipositas-Therapien verzeichnete Novo Nordisk zuletzt auch Fortschritte bei seltenen Erkrankungen. Das Präparat ist das erste Faktor-VIIIa-Mimetikum, das flexible Dosierungsintervalle in einem Fertigpen bietet.
Parallel zu den operativen Schritten setzt der Konzern sein Kapitalrückführungsprogramm fort. Seit dem 4. Februar kaufte Novo Nordisk bis zum 18. September insgesamt 34.174.179 eigene B-Aktien für ein Transaktionsvolumen von 9,63 Milliarden DKK zurück.
An der Börse überwiegen dennoch die Sorgen über den künftigen Wachstumskurs und die juristischen Risiken. Im Handel notiert das Papier bei 33,11 Euro und weist über einen Zeitraum von sieben Tagen ein Minus von 12 Prozent auf. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt inzwischen minus 40 Prozent.
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