Novo Nordisk Aktie: Orale Wegovy-Pille lÀsst Gewicht weiter sinken
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar nimmt Novo Nordisk in die Hand, um sich die weltweiten Rechte an einem neuen Wirkstoffkandidaten gegen Fettleibigkeit zu sichern. Das dĂ€nische Pharmaunternehmen lizenzierte von Jiangsu Hengrui Pharma die exklusiven Vermarktungs- und Entwicklungsrechte an HRS-1596 auĂerhalb von GroĂchina.
Im Zentrum der Vereinbarung steht die Hoffnung auf eine metabolische Therapie, die kĂŒnftig nicht mehr injiziert, sondern lediglich einmal wöchentlich in Tablettenform eingenommen werden muss.
FrĂŒhe Phase, hohe Meilensteine
Die vertragliche Struktur sieht eine sofortige Vorauszahlung in Höhe von 300 Millionen US-Dollar vor. Weitere Zahlungen von bis zu 2,3 Milliarden US-Dollar sind an das Erreichen definierter Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungsmeilensteine gekoppelt.
ZusĂ€tzlich stehen Hengrui LizenzgebĂŒhren auf spĂ€tere NettoumsĂ€tze im Lizenzgebiet zu, wĂ€hrend das chinesische Unternehmen die Rechte in Festlandchina, Hongkong, Macau und Taiwan behĂ€lt. Der Abschluss der Transaktion ist fĂŒr das vierte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Biologisch handelt es sich bei HRS-1596 um einen experimentellen GLP-1/GIP-Doppelagonisten. In China liegt die Genehmigung fĂŒr den Start von Phase-I-Studien zur Behandlung von Gewichtsmanagement sowie Typ-2-Diabetes vor. Ob sich die anvisierte wöchentliche orale Verabreichung in der Praxis realisieren lĂ€sst, muss die anstehende klinische ĂberprĂŒfung von Wirksamkeit und VertrĂ€glichkeit jedoch erst zeigen.
Marktbeobachter sehen langfristiges Potenzial
In Branchenkreisen stöĂt der Schritt auf geteilte Reaktionen hinsichtlich des Zeithorizonts. BMO-Analyst Evan Seigerman sieht in dem oralen Doppelagonisten zwar langfristiges Differenzierungspotenzial, rechnet kurzfristig aber mit keinem wesentlichen Einfluss auf das operative GeschĂ€ft.
Portfoliomanager Markus Manns von Union Investment begrĂŒĂte die Vereinbarung, merkte jedoch an, dass Novo Nordisk gröĂere ZukĂ€ufe mit weiter fortgeschrittenen Wirkstoffen benötige. Hintergrund des Zukaufs ist der absehbare Verlust des Patentschutzes fĂŒr den bisherigen Kassenschlager Semaglutid in Europa und den USA Anfang der 2030er-Jahre.
Novo Nordisk setzt parallel auf weitere Pipeline-Projekte. Neben dem nun lizenzierten Kandidaten ist der Start des KombinationsprĂ€parats CagriSema fĂŒr Anfang 2027 vorgesehen. Zudem prĂ€sentierte das Unternehmen Daten einer Anwendungsbeobachtung von 194 Patienten: Nach dem Wechsel von Injektionen auf die orale Wegovy-Pille verloren die Probanden ĂŒber drei Monate hinweg im Schnitt weitere 4 Prozent an Körpergewicht.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse verpuffte die Nachricht ĂŒber den Lizenzvertrag weitgehend. Die Aktie von Novo Nordisk notiert bei 33,41 Euro und verzeichnete heute ein Minus von 1,1 Prozent. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursverlust auf 24 Prozent, womit der Titel spĂŒrbar hinter den HöchststĂ€nden zurĂŒckbleibt.
Angesichts des wachsenden Wettbewerbs durch Konkurrenten wie Eli Lilly und einer Vielzahl in Entwicklung befindlicher Adipositas-Kandidaten wĂ€chst der Druck auf die DĂ€nen. Der Zukauf aus China signalisiert, dass Novo Nordisk das kĂŒnftige Wachstum im Segment der Stoffwechseltherapien zunehmend ĂŒber externe Kooperationen absichern will.
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