Nuscale Power Aktie: Wedbush bezweifelt kommerzielle Umsetzung
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deNuScale Power soll heute nach Börsenschluss die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorlegen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Unternehmen Fortschritte bei verbindlich finanzierten Kundenprojekten nachweisen kann. Die jüngste Kritik von Wedbush zielt genau auf diese Lücke zwischen technischer Entwicklung und kommerzieller Umsetzung.
Vor der Veröffentlichung steht die Aktie weiter unter Druck: Sie verliert heute -8,5% und notiert bei 4,70 USD. Der Rückgang unterstreicht die angespannte Ausgangslage vor dem Zahlentermin, nimmt dessen Ergebnis aber nicht vorweg.
Damit liegt die Messlatte beim operativen Geschäft niedrig. Für Anleger dürfte allerdings nicht nur zählen, ob NuScale die Schätzungen erreicht. Ebenso wichtig sind Aussagen darüber, wie aus angekündigten Projekten belastbare Kundenverträge werden sollen. Ein besseres Quartalsergebnis allein würde diese Frage nicht beantworten.
Im zweiten Quartal 2026 hatte NuScale lediglich 75.000 Dollar Umsatz erzielt. Der Verlust je Aktie betrug 0,13 Dollar. Die geringe Erlösbasis erklärt, weshalb einzelne Projektfortschritte für die Beurteilung des Geschäfts besonders ins Gewicht fallen.
Wedbush bezweifelt die kommerzielle Umsetzung
Zur Begründung verwies das Analysehaus darauf, dass das Unternehmen in seiner 19-jährigen Geschichte keinen verbindlichen, finanzierten kommerziellen Modulauftrag abgeschlossen habe.
Die Kritik betrifft nicht allein die Technologie. Wedbush sieht NuScale bei der Umsetzung seiner Projektpläne auf den Vermarktungspartner ENTRA1 angewiesen. Auch das einzige Projekt mit bereits erreichten Kundenkonditionen wurde nach Darstellung des Hauses abgesagt, nachdem der angestrebte Strompreis gestiegen war.
Die Vereinbarung zwischen ENTRA1 und der Tennessee Valley Authority umfasst bis zu 6 Gigawatt, ist aber unverbindlich. Barclays erwartet Verhandlungen mindestens bis Anfang 2027. Das mögliche Projektvolumen ist deshalb nicht mit gesicherten Bestellungen gleichzusetzen.
Der Fertigungsvertrag mit Doosan Enerbility liefert einen industriellen Fortschritt: Die Zusammenarbeit geht zur Herstellung einer ersten realen Komponente über. Er ist jedoch kein Reaktorauftrag eines Kunden. Für die Einordnung des heutigen Berichts bleibt diese Unterscheidung zentral.
Liquidität schafft Zeit, ersetzt keine Aufträge
Zum Ende des zweiten Quartals 2026 verfügte NuScale über Barmittel und Anlagen von 1,9 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow lag in diesem Quartal bei minus 58,6 Millionen Dollar.
Die Liquidität bietet Spielraum für die weitere Entwicklung. Sie belegt aber noch nicht, dass sich die Projekte wirtschaftlich umsetzen lassen. Dafür braucht NuScale neben technischen Fortschritten auch finanzierte Kunden und tragfähige Vertragsbedingungen.
Am 11. August reichte das Unternehmen zudem ein ATM-Aktienprogramm über 750 Millionen Dollar ein. Für bestehende Aktionäre ist damit neben dem Mittelverbrauch auch eine mögliche Verwässerung relevant.
Der heutige Bericht muss folglich auf zwei Ebenen überzeugen: bei der finanziellen Entwicklung und bei der Qualität der Projektfortschritte. Entscheidend ist, ob NuScale den Abstand zwischen Fertigungsbereitschaft und verbindlich finanzierten Bestellungen verkleinern kann.
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