Nutrien Aktie: Phosphat-Kehrtwende nach Zahlen
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 00:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deNutrien verkauft sein Phosphatgeschäft nicht. Nach einer strategischen Überprüfung behält der Düngerkonzern die Anlage Aurora samt Weiterverarbeitung und schließt stattdessen die Mine White Springs im zweiten Quartal 2027. Parallel dazu legte das Unternehmen Zahlen zum dritten Quartal vor und erhöhte die Dividende nicht, bestätigte sie aber bei 0,55 US-Dollar je Aktie.
Warum Aurora bleibt
Interessenten gab es offenbar genug. Nutrien erhielt mehrere unverbindliche Gebote, hielt sie aber für nicht ausreichend, um den langfristigen Wert der Anlagen abzubilden. Aurora verfügt über rund 1,2 Millionen Tonnen P?O?-Kapazität und eines der breitesten Produktportfolios der Branche.
White Springs trifft es anders. Die Mine nähert sich dem Ende ihrer wirtschaftlich gewinnbaren Reserven, Betriebskosten und Investitionsbedarf steigen. Das Unternehmen erwartet durch die Schließung ein besseres bereinigtes EBITDA und höheren freien Cashflow, jährlich entfallen etwa 50 Millionen Dollar an Erhaltungsinvestitionen und Leasingzahlungen.
Für das vierte Quartal kündigt Nutrien Aufwendungen an, darunter nicht zahlungswirksame Wertminderungen auf Vermögenswerte mit einem Buchwert von 430 Millionen Dollar.
Quartalszahlen mit Licht und Schatten
Im dritten Quartal erzielte Nutrien einen Nettogewinn von 0,29 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA lag bei 1,31 Milliarden Dollar. Das Ergebnis sank im Jahresvergleich, weil Phosphat und Stickstoff schwächer ausfielen. Hohe Schwefelkosten belasten die Phosphatsparte, in Stickstoff fehlt die Produktion in Trinidad und New Madrid.
Über die ersten neun Monate zeigt sich ein besseres Bild. Die Kali-Sparte erzielte Rekordabsatzmengen, ihr bereinigtes EBITDA stieg auf 1,97 Milliarden Dollar. Der operative Cashflow legte um 17 Prozent zu.
Aktionären flossen in dieser Zeit 1,3 Milliarden Dollar zu, die Aktienrückkäufe stiegen um 36 Prozent. Im vierten Quartal kaufte Nutrien bis 3. November bereits Aktien für rund 83 Millionen Dollar zurück.
Prognose angepasst
Die Absatzprognosen für Kali und Stickstoff hebt der Konzern an, die für Phosphat senkt er wegen verschobener Kundennachfrage und geringerer Auslastung in White Springs. Die Investitionsprognose sinkt auf 1,95 bis 2,00 Milliarden Dollar. Für Retail reduziert Nutrien die EBITDA-Spanne auf 1,72 bis 1,85 Milliarden Dollar, vor allem wegen schwächerer Margen bei Düngemitteln im dritten Quartal. Die Steuerquote steigt auf 25,5 bis 27,0 Prozent.
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 72,07 Dollar und gab nachbörslich rund 1,6 Prozent nach. Die Dividende von 0,55 Dollar wird am 15. Januar 2027 an Aktionäre ausgezahlt, die am 31. Dezember 2026 im Register stehen. Am Donnerstag, 5. November, erläutert das Management die Zahlen um 10:00 Uhr Ostküstenzeit in einer Telefonkonferenz.
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