Nvidia, Aktie

Nvidia Aktie: Chipsektor unter Zinsdruck

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 20:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere US-Zinserwartungen drücken auf Chipaktien, während TSMC im dritten Quartal erneut einen Rekordgewinn meldete.
Nvidia US67066G1040 Börsenhändler analysiert NASDAQ-Technologiekurscharts konzentriert auf mehreren Monitoren im redaktionellen Editorial-Stil Illustration mit AI erstellt.

Rekordgewinne bei TSMC, Rekordnachfrage nach KI-Rechenleistung – und trotzdem rutschen Chipwerte ab. Nvidia schloss am Mittwoch 3,16 Prozent tiefer bei 221,30 Dollar, nachbörslich gab die Aktie weiter nach. Der Grund liegt weniger im Geschäft als in der Finanzierung.

Zinsen belasten die Bewertungen

Die Aussicht auf steigende US-Zinsen setzt den kreditfinanzierten Sektor unter Druck. Marktbeobachter verweisen auf höhere Finanzierungskosten und wachsende Skepsis institutioneller Investoren gegenüber KI-Werten. Betroffen sind nicht nur Nachzügler, sondern auch Branchengrößen wie Nvidia und AMD.

Dabei sprechen die Fundamentaldaten eine andere Sprache. Nvidias wichtigster Auftragsfertiger TSMC meldete für das dritte Quartal einen Nettogewinn von umgerechnet rund 23,6 Milliarden Dollar, knapp 69 Prozent mehr als im Vorjahr und deutlich über den Erwartungen. Es war das sechste Rekordquartal in Folge. Zuvor hatte bereits der Ausrüster ASML starke KI-Nachfrage gemeldet.

Ein kleineres Beispiel liefert QumulusAI. Der Cloud-Anbieter hat sämtliche GPUs aus einem Blackwell-Vertrag über 71,9 Millionen Dollar zehn Wochen nach Unterzeichnung in Betrieb genommen, darunter Nvidias B300. Die gesamten Kundenverträge summieren sich inzwischen auf mehr als 500 Millionen Dollar.

Sorgen um die KI-Kunden

Auch aus dem Kundenumfeld kommen gemischte Signale. Anthropic soll Investoren vor dem für November geplanten Börsengang einen Quartalsumsatz von knapp 17 Milliarden Dollar genannt haben. Das Unternehmen sei profitabel, das Wachstum habe sich aber gegenüber dem Jahresbeginn verlangsamt und liege teils unter Erwartungen. Zudem drücken günstige chinesische Modelle auf die Margenerwartungen der Branche.

Eine weitere Randnotiz: Das von Nvidia unterstützte Biotech-Unternehmen Iambic sammelt bei seinem Nasdaq-Debüt 150 Millionen Dollar ein. Der Ausgabepreis lag bei 16 Dollar je Aktie, ARK Invest zeigte Interesse an einem Anteil.

Huang setzt auf Dialog mit China

Konzernchef Jensen Huang sprach sich in London dafür aus, bei der KI-Sicherheit mit chinesischen Unternehmen zusammenzuarbeiten. Man müsse die Technologie gemeinsam sicher voranbringen, sagte er. Damit stellt er sich gegen Forderungen aus Teilen der Branche nach strengerer Regulierung. Er empfahl auch Großbritannien, eine Vermittlerrolle in solchen Gesprächen zu übernehmen.

Für den Kurs zählt kurzfristig vor allem die Zinsentwicklung. Hält die Nervosität am Anleihemarkt an, bleibt der Chipsektor trotz Rekordzahlen von TSMC anfällig. Nvidias Handelsniveau um 218 bis 221 Dollar dient dabei als Orientierung nach dem jüngsten Rücksetzer.

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