Nvidia, Aktie

Nvidia Aktie: Doppelrolle bei Milliarden-Deal

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nvidia ist an Anthropic Cloud-Vertrag über 35 Milliarden Dollar mehrfach beteiligt und investiert zusätzlich 3,5 Milliarden Dollar in MediaTek.

Fotorealistische Studioansicht von Grafikkarte in neutraler Produktdarstellung
Fotorealistische Studioaufnahme von Grafikkarte zum Thema GeForce RTX 4070, ISIN US67066G1040, klare Lichtfuehrung Illustration mit AI erstellt.

Nvidia taucht derzeit an so vielen Stellen der KI-Wertschöpfungskette auf, dass sich die Rollenverteilung kaum noch klar trennen lässt. Chiplieferant, Investor, Vermieter — beim jüngsten Großdeal von Anthropic ist der Konzern gleich in dreifacher Funktion involviert. Das zeigt, wie tief Nvidia inzwischen mit den großen KI-Entwicklern verflochten ist.

Anthropic least, Nvidia kassiert mehrfach

Anthropic hat einen Cloud-Computing-Vertrag über 35 Milliarden Dollar mit dem Anbieter Lambda geschlossen, an dem Nvidia selbst als Investor beteiligt ist. Das Rechenzentrum entsteht im texanischen Nueces County, entwickelt vom früheren Bitcoin-Miner Hut 8, mit einer Kapazität von rund 350 Megawatt.

Bemerkenswert dabei: Nvidia liefert nicht nur die Chips, sondern hält nach Berichten des Wall Street Journal auch selbst den Mietvertrag für die Fläche — obwohl Anthropic der eigentliche Endkunde ist und Lambda als Betreiber auftritt.

Für Anthropic ist das bereits der vierte milliardenschwere Cloud-Deal seit dem Frühjahr. Erst vergangene Woche hatte der Claude-Entwickler einen Vertrag über 45 Milliarden Dollar mit dem ebenfalls Nvidia-nahen Anbieter Nscale in West Virginia unterzeichnet, hinzu kommen Vereinbarungen mit Fluidstack und SpaceX. Lambda selbst führt derzeit Gespräche über eine neue Finanzierungsrunde von bis zu drei Milliarden Dollar.

MediaTek-Investment öffnet neue Front

Parallel dazu hat Nvidia mit einer Investition von 3,5 Milliarden Dollar in Wandelanleihen des taiwanischen Chipkonzerns MediaTek für Bewegung gesorgt. Die MediaTek-Aktie sprang daraufhin rund zehn Prozent nach oben. Im Zentrum der Partnerschaft steht Nvidias NVLink-Fusion-Plattform, über die MediaTek künftig eigene KI-Beschleuniger seiner Kunden in Nvidias Infrastruktur einbinden will.

Für MediaTek ist der Schritt ein Sprungbrett ins Rechenzentrumsgeschäft, das bislang von Nvidia-Rivalen wie Broadcom dominiert wird. Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnete MediaTek als eines der bedeutendsten Halbleiterunternehmen der Welt. Für Nvidia selbst zahlt sich das Modell doppelt aus: Je mehr Partner eigene KI-Chips entwickeln, desto größer wird gleichzeitig die Nachfrage nach Nvidias Infrastruktur und Software.

Analysten bleiben nahezu geschlossen bullish

An der Wall Street hat sich am Bild kaum etwas verändert. Bei TipRanks votieren praktisch alle erfassten Analysten mit Kaufempfehlung, die Kursziele reichen von 250 bis 515 Dollar. Evercore-ISI-Analyst Mark Lipacis hob sein Ziel zuletzt auf 465 Dollar an, Morgan Stanley und Citi folgten mit Anhebungen auf 300 beziehungsweise 315 Dollar.

Ob Nvidia, Anthropic oder Lambda die genaue Vertragsstruktur des Texas-Deals offiziell bestätigen, dürfte weitere Details zur Kapitalverflechtung liefern. Bis dahin bleibt das Muster erkennbar: Nvidia finanziert die Nachfrage nach seinen eigenen Chips gleich mit — über Beteiligungen, Mietverträge und Wandelanleihen zugleich.

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