Nvidia Aktie: Morgan Stanley bleibt bei Vera Rubin optimistisch
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 10:28 Uhr | Redaktion boerse-global.deMorgan Stanley setzt bei Nvidia auf effizientere Rechenzentren und eine leistungsfÀhigere Lieferkette.
FĂŒr Anleger steht damit eine konkrete Frage im Mittelpunkt: Kann Nvidia die hohe Nachfrage schneller in ausgelieferte Systeme umsetzen? Die industrielle Fertigung kompletter Rechner soll dabei helfen. Fehlender Strom und unfertige Rechenzentren bleiben allerdings Grenzen, die Nvidia nicht allein beseitigen kann.
Morgan Stanley setzt auf Vera Rubin
Morgan Stanley erwartet fĂŒr 2027 starkes Wachstum. Nvidia bleibt ihre bevorzugte Aktie im Halbleitersektor.
Die Analysten begrĂŒnden ihre EinschĂ€tzung mit dem Ausbau der Lieferkette, effizienteren KI-Rechenzentren und der Vera-Rubin-Plattform. Ihre Zuversicht beruht damit nicht allein auf zusĂ€tzlichen Bestellungen. Sie setzt auch voraus, dass Nvidia und seine Partner die Systeme effizienter produzieren und bereitstellen können.
Dazu passt eine Aussage von Nvidia-CEO Jensen Huang auf der Berliner Veranstaltung am Mittwoch: Das Unternehmen könne Supercomputer inzwischen in groĂem MaĂstab fertigen. Beim NVLink-72-System werde die Rack-Montage in die Lieferkette verlagert. Sie mĂŒsse damit nicht mehr erst vor Ort im Rechenzentrum erfolgen.
Nach Huangs Darstellung beschleunigt das die Auslieferung und ermöglicht die gleichzeitige Belieferung von Hunderten Rechenzentrumsprojekten weltweit. GroĂe Computerhersteller seien an der Produktion beteiligt. Der Ansatz verlagert somit einen wesentlichen Arbeitsschritt vom spĂ€teren Einsatzort zu den Produktionspartnern.
Schnellere Lieferung löst nicht jeden Engpass
Die Nachfrage bleibt laut Huang gröĂer als Nvidias LieferkapazitĂ€t. Im am Donnerstag veröffentlichten BG2-Podcast berichtete er von nahezu wöchentlich oder sogar tĂ€glich eingehenden Bestellungen. Cloudanbieter, spezialisierte KI-Cloudanbieter und GerĂ€tehersteller bestellten umfangreich. Auch wĂ€hrend Nvidia das Angebot erhöhe, wĂŒchsen die Bestellmengen weiter.
Diese Darstellung stĂŒtzt das Wachstumsszenario. Sie ist aber keine Zusage, dass jedes bestellte System unmittelbar produktiv eingesetzt werden kann. Huang selbst nannte Strommangel, unfertige Rechenzentren und fehlende Fertigungskomponenten als Ausbauhindernisse.
Wie konkret diese Grenzen sind, zeigen Berichte ĂŒber Amazon. Nach von Business Insider ausgewerteten internen E-Mails nimmt das Unternehmen manche Nvidia-Serverracks an, bevor die Zielstandorte ausreichend Strom haben. Die GerĂ€te warten demnach in Zwischenlagern. Amazon bezeichnete die Lagerung als normale GeschĂ€ftspraxis. Umfang und Wartezeiten sind nicht vollstĂ€ndig bekannt; ein Stillstand der gesamten GPU-Flotte ist damit nicht belegt.
Unterschiedliche EinschÀtzungen zur Umsetzung
Seaport Research beurteilt die InfrastrukturhĂŒrden deutlich skeptischer. Von weltweit bis 2027 geplanten 55 Gigawatt KI-RechenzentrumskapazitĂ€t könnten nach der Analyse nur 30 Gigawatt rechtzeitig entstehen.
Analyst Jay Goldberg verweist auf fehlende Elektriker, schwierige Gasturbinenbeschaffung und verzögerte NetzanschlĂŒsse.
Der Gegensatz betrifft damit vor allem die Umsetzung des KI-Ausbaus. Morgan Stanley sieht bessere Voraussetzungen fĂŒr krĂ€ftiges Wachstum, wĂ€hrend Seaport die rechtzeitige Fertigstellung der nötigen Infrastruktur bezweifelt.
FĂŒr Nvidia-Anleger ist die Serienfertigung deshalb ein wichtiger Fortschritt, aber kein Ersatz fĂŒr betriebsbereite Kundenstandorte. Entscheidend ist nicht nur, wie schnell Nvidia liefern kann, sondern auch, wie schnell Kunden die Systeme einsetzen können.
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