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Nvidia Aktie: Neocloud-Nachfrage, aber knappes Kapital

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 17:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Huang sieht starke Neocloud-Nachfrage, während Nvidia die Substratkapazität ausbauen will und die Aktie vorbörslich nachgibt.
Nvidia US67066G1040 modernes Glas-Campus-Gebäude in Santa Clara im warmen goldenen Abendlicht symmetrisch fotografiert Illustration mit AI erstellt.

Jensen Huang sieht bei den Neocloud-Anbietern eine Nachfrage "jenseits aller Maßstäbe". Gleichzeitig benennt er das Problem, das dieses Wachstum bremst: Es fehlt Geld. Die Aussagen fallen an einem Tag, an dem die Nvidia-Aktie vorbörslich unter Druck steht.

Huang: Kapital ist der Engpass

Am Rande der GTC-Konferenz in Berlin sagte Huang, die Fundamentaldaten der Neoclouds seien "off the charts". Was fehle, sei das Betriebskapital, das dieses Wachstum antreibe. "The demand of the capital is much greater than the availability of the capital", so Huang. Das werde sich lösen.

Marktbeobachter lesen die Äußerung auch als Stimmungsstütze für die KI-Branche. Anbieter wie CoreWeave und Nebius, die Rechenzentrumskapazitäten vermieten, waren zuletzt angeschlagen. Vorbörslich gaben sie am Donnerstag erneut nach.

Wie das Finanzierungsthema in der Praxis aussieht, zeigt der kleinere Anbieter QumulusAI. Er weitete seine Leasingfinanzierung für Blackwell-Grafikprozessoren auf rund 123,6 Millionen Dollar aus, nach 26 Millionen im Mai. Die Leasinggeber decken 85 bis 90 Prozent der Gerätekosten, Kundenanzahlungen den Rest.

Vorbörslich im Minus

Nvidia notierte vorbörslich zeitweise gut 2 Prozent unter dem Mittwochsschluss von 221,97 Dollar, bei rund 217 Dollar. Der Gesamtmarkt zeigte sich defensiv. Durchwachsene Quartalszahlen großer Tech-Konzerne ließen die Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen nicht verstummen. Hinzu kamen steigende Ölpreise wegen neuer Spannungen im Nahen Osten.

Zur Nachfrageseite passen Elon Musks Angaben vom Dienstag. SpaceX nehme monatlich rund 200.000 GB300-Chips in Betrieb und wolle das Tempo 2027 mit Vera Rubin halten. SpaceX-Finanzchef Bret Johnsen betonte allerdings, man wolle bei der Beschaffung vorsichtig und nachfragegetrieben bleiben.

Ausbau der Lieferkette

Nvidia selbst arbeitet am Engpass in der Fertigung. Der Konzern will die Substratkapazität über drei Jahre um das 2,5-Fache steigern und zahlt KYEC einen Vorschuss von 1,1 Milliarden Dollar für Testanlagen in den USA. Branchenkreisen zufolge fließen zudem rund 2,6 Billionen Won in den Ausbau bei Samsung Electro-Mechanics. Nvidia selbst nannte dazu keine Summe.

Die Analysten bleiben einhellig optimistisch. Goldman Sachs und Needham sehen das Kursziel jeweils bei 300 Dollar, die Spanne aller Häuser reicht von 275 bis 465 Dollar.

Auf dem Produktseite reihen sich weitere Partner ein: Agility Robotics setzt für den humanoiden Roboter Digit 5 exklusiv auf IGX-Thor-Module, Supermicro stellt ein flüssigkeitsgekühltes Rack mit 256 Vera-CPUs vor. Die Frühzugänge zu Digit 5 sollen in der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen.

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